HOBBYFUNK die Nachrichten " Hobbyfunk - News 
Letztes Update:  28.05.2015

07.05.2015 Zeitlofs-Roßbach: Kampagne gegen Funkamateur hält unvermindert an
14.05.2015 BNetzA veröffentlicht Jahresbericht 2014 
14.05.2015 Neu von Team: AM/FM-CB-Mobilfunkgerät "MX-10" 
21.05.2015 Aus für INTERRADIO? - DARC plant neue Messe in Kassel 
28.05.2015 Telekom bringt Router mit integriertem Powerline-Adapter auf den Markt  


07.05.2015 Zeitlofs-Roßbach: Kampagne gegen Funkamateur hält unvermindert an 

Die Kampagne gegen den Funkamateur Joachim Zinn DF3FF in der bayerischen Gemeinde Zeitlofs-Roßbach hält unvermindert an.

Unmittelbar gegenüber dem Haus des Funkamateurs haben Anwohner ein neues großformatiges Plakat angebracht, auf dem skandiert wird: "Solche Mitbürger wollen wir nicht". Auf einer Grafik werden die Antennen des Funkamateurs unter anderem im Zusammenhang mit einem Sarg dargestellt. Daneben sind im Ort nach wie vor zahlreiche gelbe Schilder angebracht, auf denen vor Amateurfunk gewarnt wird. 

Ein Funkfreund, der die aktuelle Situation in einem Videofilm dokumentierte, wurde eigenen Angaben zufolge während der Dreharbeiten von Anwohnern beschimpft und aufgefordert, den Ort zu verlassen.

Der Streit schwelt schon seit längerer Zeit. Im Juli 2014 reichten Bewohner des Ortes eine Liste mit 120 Unterschriften bei der Gemeindeverwaltung ein, in der sie die Beseitigung der Amateurfunkanlage und die Verhinderung künftiger Anlagen forderten. Die verängstigten Bewohner glauben, dass die Aussendungen der Funkanlage gesundheitschädlich sind und für mehrere Krebserkrankungen in der näheren Umgebung verantwortlich sein könnten. Auch bemängeln sie, dass es Störungen von technischen Geräten gebe und dass die Antennenanlage das Ortsbild beeinträchtigen würde (das Funkmagazin berichtete mehrfach).

Ein von der Gemeindeverwaltung initiiertes Gespräch im Januar 2015, an dem auch Vertreter der Bundesnetzagentur und des DARC teilnahmen, konnte die Situation nicht entschärfen. Die Bundesnetzagentur bestätigte, dass die Amateurfunkanlage ordnungsgemäß betrieben wird.

Unterdessen wurden auch die örtliche Presse und der Bayerische Rundfunk auf den Fall aufmerksam. Bei einem Besuch des Bayerischen Rundfunks in Zeitlofs-Roßbach waren die Amateurfunk-Gegner nicht zu einem Interview bereit.

Am 11. Februar 2015 errichtete die Bundesnetzagentur auf Betreiben der Gemeinde eine automatische Messanlage im Ort. Die bisherigen Messergebnisse zeigen, dass dort die zulässigen Grenzwerte nur zu weit weniger als einem Prozent ausgeschöpft werden.

Die detaillierten Messwerte können im Internet unter http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx abgerufen werden (im Adressfeld den Ort "Zeitlofs Roßbach" eingeben).

Eine umfassende Dokumentation der Vorgänge in Zeitlofs-Roßbach ist im Internet unter http://osthessenfunk.de/Aktuell/Zeitlofs.html zu finden.



14.05.2015 BNetzA veröffentlicht Jahresbericht 2014 

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 8. Mai 2015 ihren "Jahresbericht 2014" veröffentlicht.

In dem 177 Seiten umfassenden Bericht beschreibt die Behörde ihre Aktivitäten in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Im Bereich Telekommunikation befasst sich der Jahresbericht in erster Linie mit der Marktentwicklung und der internationalen Koordinierung von Telekommunikationsnetzen sowie dem Verbraucherschutz von Telefon-Kunden. Amateurfunk, CB-Funk und andere Hobbyfunk-Anwendungen werden in dem Bericht nicht erwähnt.

Zur Störungsbearbeitung und der Tätigkeit des Prüf- und Messdienstes (PMD) heißt es im Jahresbericht, es seien im Jahre 2014 "über 6000 Störungsfälle" bearbeitet worden (Vorjahr: ca.7.340 Fälle). Allein im Flugfunk seien weit über 500 Störungen gemeldet worden, die mit höchster Priorität bearbeitet wurden.

Ein verhältnismäßig geringer Anteil der Störungen habe "elektromagnetische Unverträglichkeiten an sonstigen elektrischen bzw. elektronischen Anlagen und Geräten" betroffen, z. B. Störungen durch defekte Heizungssteuerungen.

In Ballungsräumen seien von den Betreibern von UMTS-Netzen regelmäßig Beeinträchtigungen von Basisstationen durch andere Frequenznutzungen gemeldet worden. Messtechnische Untersuchungen des PMD hätten ergeben, dass "sowohl Satellitenempfangsanlagen mit unzureichender Dämpfung der Störstrahlung als auch DECT-Telefone, die durch einen Gerätedefekt im Empfangsbereich UMTS senden, als Störquelle auftreten".

Störungen durch Powerline-(PLC-)Anlagen werden im Jahresbericht nicht explizit erwähnt.

Außerdem enthält der Jahresbericht den sog. "Vorhabenplan 2015" der BNetzA, über dessen Entwurf das Funkmagazin bereits im Dezember 2014 berichtete.

Der Vorhabenplan sieht u.a. vor, dass die Behörde die Normung im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit "aktiv begleiten" will. So sollen z.B. für "Einrichtungen mit kabelloser Energieübertragung (WPT)" einheitliche Störstrahlungsgrenzwerte im Bereich 9 kHz bis 30 MHz festgelegt werden. Die BNetzA will dazu - so heißt es im Vorhabenplan - "gemeinsam mit der Industrie eine Lösung für eine schlanke und effiziente Regulierung finden".

Im Rahmen des "EMF-Monitoring" der BNetzA sollen die automatischen Messsysteme (AMS), die bisher den Frequenzbereich 9 kHz bis 3 GHz umfassten, künftig bis in den NF-Bereich ab 5 Hz erweitert werden und dadurch auch Immissionen z.B. von Niederspannungs- und Hochspannungsleitungen sowie Bahnstromversorgungen erfassen können.

Die BNetzA will auch daran mitwirken, dass die neue EMV-Richtlinie 2014/30/EU und die neue Funkgeräte-Richtlinie 2014/53/EU in nationales Recht umgesetzt werden. Dazu müssen bis zum 19. April 2016 das EMVG und bis zum 12. Juni 2016 das FTEG geändert bzw. neu gefasst werden.

Der vollständige "Jahresbericht 2014" der BNetzA kann im Internet unter http://tinyurl.com/bnetza-jahresbericht-2014 heruntergeladen werden.



14.05.2015 Neu von Team: AM/FM-CB-Mobilfunkgerät "MX-10" 

Der CB-Funk-Anbieter Team Electronic hat ein CB-Mobilfunkgerät mit der Bezeichnung "Team MX-10" auf den deutschen Markt gebracht.

Das "MX-10" ist ein recht kompaktes Multinorm-AM/FM-Gerät (Abmessungen ca. 160x160x46 mm). Es besitzt ein großes, verschiedenfarbig beleuchtbares LC-Display mit Kanal- und Frequenzanzeige, Balken-S-Meter und div. Statusanzeigen. Die Kanalwahl erfolgt mittels Drehschalter am Gerät oder über Up/Down-Tasten am Mike. Das Gerät verfügt über ANL-Störunterdrückung, RF-Gain, Scanner, 10 Speicherkanäle, Kanal-9/19-Prioritäts-Schalter und Anschluß für einen externen Lautsprecher. Es kann kann wahlweise an 12 oder 24 Volt betrieben werden.

Der Straßenpreis des "MX-10" beträgt derzeit knapp 90 Euro.

Aufmerksamen Beobachtern der CB-Funk-Szene wird das "MX-10" bekannt vorkommen: Bereits im Frühjahr 2013 hatte Team Electronic das Gerät als Modell "MX-3000" angekündigt. Weil der chinesische Original-Hersteller jedoch nicht in der Lage war, die für die CE-Zertifizierung des Geräts erforderlichen technischen Werte einzuhalten, verzichtete Team Electronic damals darauf, das Gerät auf den Markt zu bringen.

Bauähnliche Geräte werden bereits seit längerer Zeit unter verschiedenen Labels z.T. mit gefälschten CE-Konformitätsbescheinigungen angeboten.

Eine Diskussion zum "Team MX-10" findet im Internet-Forum "Funkbasis.de" statt. Dort sind auch Bilder vom Innenleben des Geräts zu finden.


21.05.2015 Aus für INTERRADIO? - DARC plant neue Messe in Kassel 

Die DARC Verlag GmbH will ab dem kommenden Jahr eine neue Amateurfunk-Messe in Kassel veranstalten. Diese Messe wird voraussichtlich die INTERRADIO in Hannover ablösen und möglicherweise auch deren Namen tragen. Das geht aus dem Protokoll der DARC-Mitgliederversammlung vom 25./26. April 2015 in Baunatal hervor.

Die INTERRADIO in Hannover wird seit dem Jahre 2002 von dem Verein ATN e.V. durchgeführt, nachdem sie sich zuvor für den DARC Verlag "nicht mehr gerechnet" hatte. Wie Oliver Häusler vom ATN e.V. auf der Mitgliederversammlung erklärte, macht die INTERRADIO seit drei bis vier Jahren "zunehmend Miese". Die Fixkosten würden steigen und die Besucherzahlen sinken; das habe zu einem Minus von ca. 3000 bis 4000 Euro geführt. Bisher habe der ATN e.V. dies ausgleichen können.

Für dieses Jahr sei die INTERRADIO angekündigt; die Gelder für die Ausführung der Veranstaltung würden sich "aktuell nur auf geringem Niveau" bewegen. Die Besucher wünschen sich zwar eine Fortführung der Messe in Hannover, die Organisation hänge jedoch nur noch "an 1,5 Leuten". Während es früher ein großes Team gab, obliege mittlerweile ihm - Oliver Häusler - die meiste Organisation. Das sei neben dem Job und anderen Verpflichtungen praktisch nicht mehr machbar. Deshalb werde der ATN e.V. "möglicherweise beschließen, das Projekt INTERRADIO zu beenden".

Zu der geplanten neuen Messe in Kassel erklärte Jens Hergert, Geschäftsführer des DARC e.V. und der DARC Verlag GmbH, es sei für die Kasseler Messe bereits eine Standortanalyse vorgenommen worden. Langfristig würde sich die wirtschaftliche Situation mit einer Messe in Kassel preiswerter als in Hannover darstellen.

Als Termin für die neue Messe nannte Hergert den 23. April 2016. Dies sei nach Auskunft der Messegesellschaft Kassel der einzig freie Termin gewesen. Auf die Frage nach dem Namen der neuen Messe erklärte Jens Hergert, die Veranstaltung werde "möglicherweise eine bekannte Messe aus [dem] norddeutschen Raum namentlich beerben".

Die Kasseler Messe im April 2016 werde ein Test sein, um Erfahrungswerte zu sammeln, wobei aber auch auf die Erfahrungen mit der INTERRADIO zurückgegriffen werden solle. Langfristig schwebt Hergert (neben der HAM RADIO in Friedrichshafen) eine Amateurfunk-Frühjahrs- und eine Herbst-Messe in Kassel vor.



28.05.2015 Telekom bringt Router mit integriertem Powerline-Adapter auf den Markt  

Die Deutsche Telekom bringt im Juni dieses Jahres einen Router mit der Bezeichnung "Speedport Neo" auf den Markt, der neben WLAN auch über einen integrierten Powerline-Adapter verfügt.

In einer "Medieninformation" der Telekom heißt es dazu, das Gerät sei auf das Ziel "Einfachheit" hin entwickelt worden. Damit orientiere sich an einem "primären Kundenwunsch". Kabelgewirr würde den Kunden stören und einschüchtern. Das Gerät werde direkt in die Steckdose gesteckt. Der integrierte Powerline-Adapter weise eine Übertragungsrate bis zu 750 Mbit/s auf.

Auf das mögliche Störpotenzial von Powerline-Anwendungen weist das Unternehmen nicht hin.

Powerline-Technik steht seit vielen Jahren in der Kritik, weil bei dieser Art der Datenübertragung hochfrequente Signale auf ungeschirmten Stromleitungen übertragen werden. Kritiker bemängeln, dass die Stromleitungen aufgrund der fehlenden Abschirmung wie Antennen wirken und dadurch erhebliche Störungen insbesondere im Kurzwellenbereich erzeugen können. Auch die Fachpresse berichtete mehrfach über Störungen durch Powerline-Geräte.

Weitergehende Informationen zum Störpotenzial von Powerline-Technik sind im Internet u.a. bei der Kurzwellenhörer-Vereinigung ADDX unter www.addx.de/plc/plc.phpwww.addx.de/plc/plc.php und beim Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) unter www.darc.de/geschaeftsstelle/verbandsbetreuung/plc zu finden.

Funkamateure, CB-Funker, Kurzwellenhörer und sonstige Funknutzer sollten sich nicht scheuen, bei Störungen die Funkstörungsannahme der Bundesnetzagentur unter Tel. 048 21 89 55 55 oder per E-Mail funkstoerung@bnetza.de zu informieren.




Irrtumer und Änderungen vorbehalten
Detlef Wipperfürth
© 05/2015
Veröffentliche Textbeiträge des FM-FUNKMAGAZINS