HOBBYFUNK die Nachrichten " Hobbyfunk - News 
Letztes Update:  30.04.2015

02.04.2015 Neues BNetzA-Tool zur Standortbescheinigungspflicht von CB-Anlagen 
09.04.2015  "Museum Norddeich Radio" offiziell eröffnet 
16.04.2015  "arte": Von "Handy-Risiken" und Nocebo-Effekten... 
16.04.2015 RTA erörtert mit BMVI neue Einsteigerklasse - VFDB legt Veto ein 
23.04.2015 Deutschlandradio war zu "Besuch bei Elektrosensiblen"...
30.04.2015 keine neue Nachrichten  


02.04.2015 Neues BNetzA-Tool zur Standortbescheinigungspflicht von CB-Anlagen 

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Internet ein Online-Berechnungsprogramm zur Verfügung gestellt, mit dem CB-Funker überprüfen können, ob ihre ortsfeste CB-Funkanlage standortbescheinigungspflichtig ist.

Das Programm trägt die Bezeichnung "WattWächter-CB-Funk". Nach Eingabe der Sendeleistung und Auswahl der Antenne bzw. des Antennengewinns berechnet das Programm die sog. "äquivalente isotrope Strahlungsleistung"(EIRP) der CB-Funkanlage. Der EIRP-Wert ergibt sich aus der Senderausgangsleistung abzüglich der Verluste in der Antennenzuleitung zuzüglich dem Antennengewinn in dBi.

Für ortsfeste Sendeanlagen mit einer Strahlungsleistung ab 10 Watt EIRP ist in Deutschland eine kostenpflichtige "Standortbescheinigung" der Bundesnetzagentur erforderlich (Ausnahmen gibt es z.B. für Amateurfunkanlagen). Das gilt auch für ortsfeste CB-Funkanlagen; mobile und portable Anlagen sind davon nicht betroffen.

CB-Funkanlagen können den Wert von 10 Watt EIRP erreichen bzw. überschreiten, wenn bei einer in die Antenne eingespeisten Leistung von 4 Watt der Antennengewinn 4 dBi oder mehr beträgt. 

In der Standortbescheinigung legt die Behörde Sicherheitsabstände rund um die Antenne fest, die zur Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern erforderlich sind.

Die Standortbescheinigungspflicht ist nicht neu; es gibt sie im Kern bereits seit dem Jahre 1992. Im CB-Funk wurde sie bisher weitgehend ignoriert. Mit der Freigabe von 12 Watt SSB ist die Standortbescheinigungspflicht jedoch erneut in den Blickpunkt der CB-Funker gerückt.

Kritiker hatten lange bemängelt, dass das für die Ermittlung des EIRP-Werts erforderliche Wissen bei Anwendern eines Jedermannfunks nicht zwingend vorausgesetzt werden kann. Das Wirtschaftministerium erklärte daraufhin im Mai 2012, es habe eine Lösung zur Erkennung der 10- Watt-EIRP-Grenze durch CB-Funker bei der BNetzA in Auftrag gegeben (das Funkmagazin berichtete). Bisher gab es leichtverständliche Online-Tools zur Ermittlung des EIRP-Werts nur von privater Seite, z.B. von dem Funkamateur Rüdiger Stenzel, DC4FS, unter www.dc4fs.de/eirp.htm

Seit August 2013 kann der Betrieb einer ortsfesten Funkanlage mit einer Strahlungsleistung ab 10-Watt-EIRP ohne Standortbescheinigung als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße geahndet werden.

Eine Standortbescheinigung kostet zur Zeit in der "einfachsten" Ausführung (Bewertung einer einzigen Sendeantenne, keine Messungen) 165 Euro. Ein Antrag auf Erteilung einer Standortbescheinigung kann im Internet unter http://emf3.bundesnetzagentur.de/pdf/STOB.pdf heruntergeladen werden



09.04.2015  "Museum Norddeich Radio" offiziell eröffnet 

Am 23. März 2015 wurde in Norden (Ostfriesland) das "Museum Norddeich Radio" offiziell eröffnet.

Das Museum gibt einen Einblick in die Arbeit und die technische Ausstattung der ehemaligen Küstenfunkstelle Norddeich Radio, die fast 100 Jahre lang bis zu ihrer Einstellung Ende 1998 Seefunkverkehr vorwiegend auf der Kurzwelle durchführte. Die ausgestellten Geräte stammen zum größten Teil aus dem Bestand von Norddeich Radio und sind im Rahmen der Möglichkeiten betriebsfähig aufgearbeitet.

Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude in der Osterstraße 11a in 26506 Norden. Betreiber ist der Verein "Museum Nordeich Radio e.V.", der überwiegend aus ehemaligen Mitarbeitern von Norddeich Radio besteht. 

Weil das Museum ehrenamtlich betrieben wird, sind die Öffnungszeiten derzeit etwas eingeschränkt: Das Museum ist dienstags und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Weitere Infos zum Museum und weiterführende Links zur ehemaligen Küstenfunkstelle Norddeich Radio sind im Internet unter www.norddeich-radio.de zu finden



16.04.2015  "arte": Von "Handy-Risiken" und Nocebo-Effekten... 

Am 10. April 2015 strahlte der TV-Sender "arte" einen Beitrag mit dem Titel "Handy - strahlendes Risiko?" aus.

Im Rahmen dieses Beitrags berichtete "arte" auch über eine Studie der Berliner Charité aus dem Jahre 2007, mit der geklärt werden sollte, ob Mobilfunk-Sendemasten Einfluss auf die Schlafqualität der Bevölkerung haben.

Dazu suchten die Forscher der Charité zehn Dörfer in Deutschland aus, die in einem "Funkloch" lagen und auch sonst geringe Immissionen durch elektromagnetische Felder aufwiesen. Dort stellten sie mobile Basisstationen der Firma T-Mobile auf. 

Die Basistationen waren derart modifiziert, dass sie nachts nach dem Zufallsprinzip entweder ausgeschaltet blieben oder GSM-Signale im 900- und 1800-MHz-Bereich aussendeten.

Als Testpersonen wurden Einwohner ausgewählt, die in einem Abstand von bis zu 500 Metern um die Basisstation wohnten. Sie wurden mit Geräten ausgestattet, die nachts mittels Sensoren an der Stirn das Schlaf-EEG aufzeichneten. Darüber hinaus mussten die Versuchspersonen abend und morgens ihre subjetiven Eindrücke protokollieren.

Das Ergebnis der Studie verwundert nicht: Ein Vergleich der Schlafqualität der Testpersonen brachte keine Unterschiede - egal, ob die Basisstation angeschaltet war oder nicht. Dennoch klagten einige Teilnehmer über schlechten Schlaf - auch dann, wenn die Basisstation gar nicht in Betrieb war. Dabei handelte es sich vorwiegend um Personen, die bei einer vorherigen Befragung schon angegeben hatten, dass sie glauben, Mobilfunkstationen könnten möglicherweise einen Einfluss auf die Gesundheit haben. 

Die Wissenschaftler der Charité sehen darin eine Bestätigung des "Nocebo-Effekts", der sich auch schon in vorhergehenden Untersuchungen zu Mobilfunkstationen gezeigt hatte.

Der Volltext der bei "arte" erwähnten Charité-Studie kann unter http://tinyurl.com/o3l9pws abgerufen werden.
 Der "arte"-Beitrag "Handy - strahlendes Risiko?" ist (zeitlich befristet) unter www.arte.tv/guide/de/055920-000/handy-strahlendes-risiko zu finden.



16.04.2015 RTA erörtert mit BMVI neue Einsteigerklasse - VFDB legt Veto ein 

Der vom DARC dominierte Runde Tisch Amateurfunk (RTA) hat in einem Gespräch mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unter anderem die Einführung einer neuen Amateurfunk-Einsteigerklasse erörtert. Das geht aus einer "RTA-Information" vom 9. April 2015 hervor.

In der "RTA-Information" heißt es (Zitat:)

"Am 25.03.2015 trafen sich Vertreter des Runden Tisches Amateurfunk (RTA) mit den zuständigen Beamten des Verkehrsministeriums. Dabei erörterten sie in einem sechs Stunden andauernden Gespräch intensiv Einzelheiten zur Novellierung der Amateurfunkgesetzgebung. Es wurde auch so konkret, dass erste Änderungen von Formulierungen in die bestehenden Gesetzestexte eingepflegt wurden, um so einen ersten Entwurf für ein gemeinsames Werk zu erhalten.

Aufgrund der für 2018 seitens der Bundesregierung geplanten Bundesgebührenordnung besteht die Notwendigkeit der Änderung des AFuG. Bei dieser Gelegenheit kann der RTA-Vorstand nun die Belange aus den bestehenden Mandaten entsprechend einbringen.

Insgesamt wurden etwas mehr als 30 verschiedene Änderungs- oder Ergänzungswünsche bearbeitet, von denen hier exemplarisch nur einige genannt seien:

Einführung einer neuen Genehmigungsklasse unterhalb der bestehenden Klasse E, Ermöglichung von selbstverwalteten Prüfungsabnahmen, Wiedereinführung einer Rechtsgrundlage zur Verfolgung von Fehlverhalten durch Funkamateure seitens der Regulierungsbehörde, aber auch eine Reform der Gebührentatbestände, mit dem Ziel der ausgewogeneren Verteilung von Gebühren für einzelne Verwaltungsakte.

Gerade was den letzten genannten Punkt angeht hat das Verwaltungsgericht Köln bereits Gebührenbescheide der BNetzA für ungültig erklärt, wenn eine bloße Adressänderung des verantwortlichen Funkamateurs denselben Betrag kosten sollte, wie eine umfängliche Verträglichkeitsprüfung." (Ende des Zitats)

Der RTA-Mitgliedsverband VFDB hat dazu ein Veto eingelegt, das wir nachfolgend auszugsweise wiedergeben (Zitat):

" (...) Der VFDB e.V. lehnt die Einführung einer Klasse K unterhalb der Einsteigerklasse E ab.

Sollte allerdings von Seiten der Telekommunikationsbehörde eine Klasse
 unterhalb der Klasse E gewünscht werden, so ist darauf zu achten, dass diese
 von der CEPT anerkannt für Einsteiger zustande kommt.

Der VFDB e.V. lehnt entschieden die Bemühungen/Vorhaben des RTA-Vorstand
 und DARC, zu den von ihnen definierten Selbstverwaltungsthemen innerhalb des
 Amateurfunkdienstes, ab.

Exemplarisch hier benannt sind:
 

Durchführung von Amateurfunkprüfungen durch Verbände.
 

Koordinierung / Vorkoordinierung von Relaisstationen/Baken/TCPIP-Knoten auf primär zugewiesenen Amateurfunk-Frequenzen durch die Verbände.
 

Koordinierung / Vorkoordinierung von Clubstationen.

Der VFDB e.V. sieht in diesem Vorstoß durch den RTA-Vorstand und den DARC die Gefahr einer Beeinträchtigung der Neutralität in der Vergabe und Qualität, zumal (noch) keine Regeln beschrieben sind, wie diese notwendige Unbefangenheit sichergestellt werden kann, und wie sie derzeit durch eine hoheitlich tätige Behörde garantiert wird." (Ende des Zitats,



23.04.2015 Deutschlandradio war zu "Besuch bei Elektrosensiblen"... 

Einen Einblick in die Gefühlswelt sogenannter "Elektrosensibler" brachte die Hörfunksendung "Besuch bei Elektrosensiblen", die der Sender "Deutschlandradio Kultur" am 19. April 2015 ausstrahlte.

Als "elektrosensibel" bezeichnen sich Personen, die von sich meinen, sie würden elektromagnetische Felder insbesondere im Mikrowellenbereich und mitunter auch angebliche "Erdstrahlen" wahrnehmen und darauf mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren.

Die Journalistin Tina Hüttl berichtete über ein Treffen von Mitgliedern des Münchner "Vereins für Elektrosensible und Mobilfunkgeschädigte". Einige Mitglieder hatten sich in einem Chinarestaurant versammelt und konnten weitgehend unkommentiert ihre Fallgeschichten und Thesen äußern - z.B. die, dass die Hälfte der Bevölkerung elektrosensibel sei, dies aber nicht wisse und deshalb körperliche Beschwerden auf andere Ursachen zurückführe.

Tina Hüttl hinterfragte solche Schilderungen nicht. Insbesondere stellte sie nicht die naheliegende (unter "Elektrosensiblen" verpönte) Frage, warum diese Personen ihre vermeintliche Sensibilität nicht unter wissenschaftlichen Bedingungen testen lassen.

Der zweite Teil der Reportage befasste sich mit der Tätigkeit des ehemaligen Pharmavertreters Dieter Kugler, der sich jetzt als "Geobiologe" bezeichnet. Kugler tourt durch die Lande, um Häuser und Wohnungen mit Messgeräten und Wünschelrute auf vermeintlich schädliche elektromagnetische Felder und "Erdstrahlen" zu untersuchen. Tina Hüttl hatte über Kugler bereits im Februar dieses Jahres in einem Hörfunkbeitrag mit dem Titel "Die unsichtbare Belastung" berichtet.

Die Reportage endet mit dem Hinweis, dass die Lage der Elektrosensiblen in Frankreich "nun offiziell für einen Regierungsbericht untersucht" werde. Das ist insofern irreführend, als dass es bereits seit Jahren nationale und internationalen Untersuchungen zur sog. Elektrosensibiltät gibt. Bereits im Jahre 2005 ist die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem "Fact sheet Nr. 296" zu dem Schluss gekommen, dass es keine wissenschaftliche Basis gibt, um die Symptome Elektrosensibler mit der Einwirkung elektromagnetischer Felder in Verbindung zu bringen.

Die Reportage "Besuch bei Elektrosensiblen" kann im Internet unter http://tinyurl.com/n9edyg2 angehört werden. Dort ist auch das Transcript der Sendung zu finden.




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Detlef Wipperfürth
© 04/2015
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