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Letztes Update:  19.01.2017

05.01.2017 Rückblick: Das war das Hobbyfunk-Jahr 2016 
05.01.2017 Berlin: Störungen im digitalen Polizeifunk in der Silvesternacht 
05.01.2017 Einsteiger-Tipps zu Digimodes, auch im CB-Funk 
12.01.2017 "Virtual CBFunk": Sieben Jahre virtueller CB-Funk per Internet 
19.01.2017 EMVG: Brief von DK3GV an seinen Bundestagsabgeordneten...  
19.01.2017 BNetzA veröffentlicht Statistik zur Marktüberwachung 2016  


05.01.2017 Rückblick: Das war das Hobbyfunk-Jahr 2016 

Januar 2016

Überraschung zum Jahresanfang: Der chinesische Funkgeräte-Hersteller Qixiang/Anytone hat ein CB-Funkgerät im "Amateurfunkgeräte-Design" mit mehrfarbigem TFT-Display entwickelt. Vorerst gibt es nur Handmuster zu begutachten. Es wird bis zum Herbst dauern, bis das Gerät in Deutschland erscheint.

Februar 2016

Die "Deutsche CB-Funk Organisation" (DCBO) gibt bekannt, dass sie ihre Arbeit Ende 2016 einstellt. Von anderen CB-Funk-Vereinigungen wie DAKfCBNF und DFA, die vorgeben CB-Funk-Interessen bundesweit zu vertreten, ist schon längerer Zeit keine Aktivität mehr zu erkennen.

Funkfreunde schmunzeln über einen "Notfall-Ausweis", den eine Selbsthilfegruppe von angeblich "elektrohypersensiblen" Bürgern herausgegeben hat. In dem "Ausweis" wird u.a. gefordert, dass bei einem Transport des Ausweis-Inhabers in einem Krankenwagen "alle Arten von Funk abzuschalten" sind.

Die DARC-Bandwacht gibt bekannt, dass Powerline-Communication (PLC) in den vergangenen Monaten immer noch einen Großteil der Störungen im Kurzwellenbereich verursacht. "Wirtschaftliche Interessen und Inkompetenz" hätten sich leider durchgesetzt.

März 2016

Die Bundesnetzagentur gibt mit drei Monaten Verspätung die neue CB-Funk-Allgemeinzuteilung heraus. Der Inhalt wurde bereits im Herbst letzten Jahres diskutiert. Verbessrungsvorschläge von Nutzern wie praxisgerechte Regelungen zu Sendeleistung und Standortbescheinigungspflicht hat die BNetzA nicht umgesetzt.

Die CB-Vereinigung HNDX veranstaltet einen FM-Contest. Sie will in diesem Jahr mit drei Contests für Belebung auf dem CB-Band sorgen.

Der französische CB-Hersteller President expandiert und weitet sein Geschäft in den USA aus. Stolz gibt das Unternehmen den Bau einer neuen US-Firmenzentrale in Florida bekannt.

April 2016

Netter Aprilscherz der Zeitschrift "Funkamateur": Das Blatt berichtet, dass der Zeitzeichensender DCF77 ab 1. April 2016 "für immer schweigen" wird. Einige Leser nehmen die Meldung ernst; die Redaktion muss den Scherz eilig richtigstellen. ;-)

Die bundesweite "CB-Funkstaffel" sorgt wieder für Betrieb auf den Kanälen. Die Aufgabe dieser jährlich stattfindenden Aktion: Ein Kennwort muss auf einem Rundkurs durch Deutschland von Station zu Station weitergegeben werden.

Premiere in Kassel: Zum ersten Mal findet die Hobbyfunkmesse "FUNK.TAG" statt. Die Veranstaltung soll die "Interradio" ersetzen, die im vergangenen Jahr in Hannover ihre Pforten für immer geschlossen hatte.

Mai 2016

Das EMV-Gesetz muss auf Wunsch der EU geändert werden. Im letzten Jahr hatte das Wirtschaftsministerium dazu schon einen Referentenentwurf veröffentlicht; jetzt legt das Ministerium den offiziellen Gesetzentwurf vor.

Es geht ums Geld: Die BNetzA legt die Höhe der TKG- und EMVG-Beiträge für drei zurückliegende Jahre fest. Bei Funkamateuren kommt ein Gesamtbetrag von ca. 88 Euro zusammen, CB-Funker zahlen nichts. Die Beitragsbescheide kommen später im Herbst.

Juni 2016

Der jährliche "Radio Activity Day" sorgt wieder für regen Betrieb auf den CB-Frequenzen. Die beliebte Veranstaltung findet bereits zum 15. Mal statt.

Juli 2016

Noch'n Gesetzentwurf: Das Wirtschaftsministerium veröffentlicht den Entwurf eines neuen Funkanlagengesetzes. Mit dem Gesetz soll das bisherige FTEG ersetzt werden.

Mit einem SSB-Contest setzt die HNDX ihre Contest-Trilogie fort. Diesmal sind die Freunde der Einseitenband-Modulation aufgerufen, für Belebung auf den CB-Kanälen zu sorgen.

Die HAM RADIO zieht wieder zahlreiche Funkfreunde an den Bodensee. Thema einer Diskussionsveranstaltung ist die geplante Neufassung der Amateurfunkvorschriften. Vorgesehen ist auch eine neue Genehmigungsklasse unterhalb der Klasse E. Als Termin ist der Sommer 2017 angepeilt.

August 2016

Aufregung um das "Handy-Verbot am Steuer": Medien berichten, dass das Verbot auf andere Geräte ausgeweitet werden soll. Funker befürchten, dass dann auch CB- und Amateurfunkgeräte davon betroffen sein könnten, aber das ist erstmal nur Spekulation.

Die HNDX startet eine "Online-Erfassung aktiver CB-Funker". Sie erhofft sich durch die Angabe von CB-Nutzerzahlen eine erhöhte Akzeptanz bei den Behörden.

Verschwörungstheoretiker können sich neue Schreckensszenarien ausdenken: Die HAARP-Anlage in Alaska soll Anfang 2017 ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die ursprünglich von der US Air Force zur Erforschung der Ionosphäre betriebene Anlage wurde von der Universität Fairbanks übernommen.

September 2016

Die Bundesnetzagentur überrascht mit einer neuen Allgemeinzuteilung für PMR446. Die Zahl der Analogkanäle wurde verdoppelt und die bisher getrennten Frequenzbereiche für analoges und digitales PMR446 sind jetzt zusammengelegt. Ab 2018 gibt's weitere Digitalkanäle.

Oktober 2016.

Mit einem dritten CB-Funk-Contest, dem AM-Contest, möchte die HNDX die fast nur noch von Truckern genutzte Modulationsart AM wieder mit Leben erfüllen.

Das im Januar als Handmuster von Qixiang/Anytone vorgestellte CB-Funkgerät mit TFT-Farbdisplay ist endlich in Deutschland lieferbar. Die Firmen Team und CRT France reagieren schnell und bieten das Gerät unter eigenen Labels an,

CB-Funk lebt: Die "Rheintal Electronica" verzeichnet wieder reges Besucherinteresse. Händler berichten, dass die Nachfrage nach CB-Funkgeräten zugenommen hat. Daran ist die "CB-Lounge" im Mittelpunkt der Messe sicher nicht ganz unschuldig. Veranstalter und Aussteller sind sich einig: Das erfolgreiche Konzept soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Die BNetzA verschickt Beitragsbescheide für TKG- und EMVG-Beiträge. Die Höhe der Beiträge hatte die Behörde schon im Mai festgelegt; jetzt bittet sie zur Kasse. CB-Funker können sich freuen: Sie werden schon seit Jahren nicht mehr zur Zahlung solcher Beiträge herangezogen.

November 2016

Der Gesetzgeber hat das Abhörverbot verschärft. Jetzt ist nicht nur das unbefugte "Abhören" strafbar, sondern auch "die in vergleichbarer Weise erfolgende Kenntnisnahme".

Noch 'ne Überraschung der BNetzA: Die Behörde veröffentlicht unerwartet eine neue Frequenzzuteilung für das "Freenet". Erlaubt ist jetzt auch digitale Sprachübertragung .

Dezember 2016

President bringt für den US-Markt ein kompaktes AM/SSB-Funkgerät heraus. Mangels FM wird das Gerät wohl nicht den Weg nach Europa finden. Als schwachen Trost wirft President ein reines FM-Funkgerät mit dem Namen des scheidenden US-Präsidenten "Barry" Obama sowie ein nahezu baugleiches AM/FM-Gerät auf den europäischen Markt.

Die CB-Vereinigung DFA ist wegen Wegfall aller Mitglieder aus dem Vereinsregister gelöscht worden. Ehemalige Mitglieder lassen verlautbaren, dass mit gleicher Zielsetzung etwas Neues aufgebaut werden soll.

Ein kleines Weihnachtsgeschenk der BNetzA für die Funkamateure: Die Behörde gibt einen Teilbereich des 60-Meter-Bandes frei und verlängert die Duldung für das 6-Meter-Band.

Das neue EMVG tritt in Kraft. Der RTA erwägt eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz wegen Behinderung des ungestörten Radioempfangs und der Informationsfreiheit.

Es bleibt spannend...



05.01.2017 Berlin: Störungen im digitalen Polizeifunk in der Silvesternacht

Massive Störungen im digitalen Polizeifunk hat es in der Silvesternacht in Berlin gegeben. Das meldet die "Berliner Morgenpost".

Reichweitenprobleme wegen mangelhafter Netzabdeckung waren der dieses Mal nicht die Ursache der Störungen. Vielmehr haben Fehlfunktionen der sog. "Statustasten" an den Digital-Funkgeräten die Arbeit der Polizisten erheblich erschwert.

"Statustasten" sind Funktionstasten, die mit einzelnen Befehlen bzw. Statusmeldungen belegt sind. Diese Tasten haben nach Darstellung eines nicht genannten Beamten oftmals entweder gar nicht funktioniert oder falsche Meldungen an die Einsatzleitzentrale geschickt, Mitunter seien auch Meldungen an die Zentrale gesendet worden, ohne dass die Taste gedrückt wurde.

Aufgrund dieser Fehlfunktionen seien ständige Nachfragen bei der Einsatzleitzentrale erforderlich gewesen. Oft hätten Beamte dafür ihre Privathandys benutzt.

Vermutlich ist fehlerhafte Software für diese Fehlfunktionen verantwortlich. Eine Polizistin berichtet, die Einsatzleitzentrale habe empfohlen, die Funkgeräte auszuschalten und nach einer Weile wieder hochzufahren, aber auch das habe nicht geholfen.

Die Berliner Polizei wiegelt ab: Sie teilte der "Berliner Morgenpost" auf Anfrage mit, der Funkverkehr in der Silvesternacht sei störungsfrei verlaufen. Lediglich die "Zusatzdienste" (die besagten Statustasten) hätten eine Zeit lang nicht richtig funktioniert.



05.01.2017 Einsteiger-Tipps zu Digimodes, auch im CB-Funk 

Der Funkamateur Martin Rost, DO4LMR, hat auf seiner Website www.maroki.de eine Artikelserie über Kurzwellen-Empfänger (insbesondere SDR) und das Decodieren von Digimodes sowie über Digimode-Betrieb auch im CB-Funk veröffentlicht.

Die Ausführungen von DO4LMR beruhen auf eigenen Erfahrungen. Durch ihre leicht verständliche Art bieten sie insbesondere Einsteigern einen einfachen, nachvollziehbaren Einstieg in die Welt der Digimodes. Auch die getesteten Geräte liegen im unteren Preissegment und sind für einen preiswerten Einstieg besonders geeignet,

Die Übertragung digitaler Daten im CB-Funk wurde in Deutschlang erstmals im Oktober 1994, zunächst versuchsweise auf zwei Kanälen, erlaubt. Heute stehen dafür acht (in SSB vier) Kanäle zur Verfügung.



12.01.2017 "Virtual CBFunk": Sieben Jahre virtueller CB-Funk per Internet 

Die Voice-over-IP-Plattform "Virtual CBFunk" (VCBF) feiert siebenjähriges Bestehen. Am 9. Januar 2010 war das von dem saarländischen Programmierer Jürgen Decker ("Alpina") initiierte Projekt erstmals online gegangen (das Funkmagazin berichtete).

VCBF ist ein Client-Server-Programm, mit dessen Hilfe sich cb-funk-ähnliche Kommunikation mittels Computer durchführen lässt. Die Programmoberfläche ist der Frontplatte eines CB-Transceivers nachempfunden. Die Kommunikation erfolgt jedoch nicht per Funk, sondern per Voice-over-IP (VoIP) über das Internet. Eine Anbindung realer CB-Funkgeräte über sog. "HF-Gateways" ist jedoch möglich.

Kritiker bemängeln, dass es sich bei VCBF nicht um eine "echte" Funkanwendung handelt. Dennoch hat diese Art des "virtuellen CB-Funks" insbesondere unter "antennengeschädigten" CB-Funkern zahlreiche Freunde gewonnen. Nach Angaben des Betreibers wurde VCBF im Jahre 2016 von rund 2100 Teilnehmern genutzt.

Weitere Informationen zu VCBF gibt es im Internet unter www.virtual-cbfunk.de Dort kann auch die erforderliche Software heruntergeladen werden.



19.01.2017 EMVG: Brief von DK3GV an seinen Bundestagsabgeordneten...  

Der Journalist und Funkamateur Horst Garbe, DK3GV, hat am 15, Januar 2017 mit einem Brief an "seinen" Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) versucht, ihm die Wichtigkeit störungsfreier Funkfrequenzen klarzumachen.

DK3GV bezieht sich dabei auf eine Antwort des Abgeordneten vom 4. Dezember 2016, in der dieser sattsam bekannte Stereotypen zu EMV - teilweise wörtlich einem Schreiben von Wirtschaftsminister Gabriel entnommen - geäußert hatte.

Nachstehend veröffentlichen wir den Brief von DK3GV mit dessen freundlicher Genehmigung:

Sehr geehrter Herr Weiß (...),

zunächst bedanke ich mich dafür, dass Sie sich dieser Angelegenheit - der Problematik möglichst störungsfreier Funkfrequenzen - angenommen haben. Ich stelle aber fest, dass Ihre Antwort auf meine Anfrage vom 4. Dezember 2016 eine Absage an den störungsfreien Empfang von Informationen, unter anderem durch Auslandsrundfunkdienste, sowie eine Absage an den völkerverbindenden Gedanken des Amateurfunks und des damit einhergehenden Zusammenkommens von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist. Ferner geht es nicht, wie in Ihren Zeilen formuliert, um die Privilegierung des Amateurfunks, sondern um die Vermeidung der Benachteiligung durch bewusst zugelassene Störungen!

Sie schreiben: "Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein individuelles Umfeld frei von elektromagnetischen Einflüssen."

Missverständnis oder ...? Es geht nicht um ein individuelles Umfeld frei von elektromagnetischen Einflüssen, es geht um vorbeugende Maßnahmen zum Erhalt der Nutzung von Funkfrequenzen zum Empfang des internationalen Hörfunks und zur möglichst störungsfreien Ausübung der Völkerverständigung.

Sie schreiben: "Funkamateure sind bereits jetzt insoweit privilegiert, dass sie mit ihrem Betriebsmittel die Nachbarschaft mit Feldstärken belegen können, die weit jenseits des im häuslichen Umfeld Normalen liegen. Eine Vielzahl von Störungsmeldungen geht auf die Emissionen von Funkamateuren zurück."

Richtig ist: In einigen Einzelfällen mag es zu Problemen der elektromagnetischen Verträglichkeit, ausgelöst durch Funkamateure, kommen. Die Vielzahl der Störungen kommt indes aber nicht von Funkamateuren, sondern unter anderem von nicht korrekt abgeschirmten Kabelnetzen, Datenübertragungen auf nicht abgeschirmten Leitungen (Power Line Communication) und anderen Störquellen mehr. Diese Emissionen haben Sie in Ihrer Betrachtung eigenartigerweise vergessen.

Sie schreiben: "Aufgabe der Bundesnetzagentur ist der faire Ausgleich zwischen den verschiedenen Nutzungen. Hierbei ergehen im einen Fall Verwaltungsakte zu Gunsten, im anderen Fall zu Lasten einer Betriebsmittelart. Der Gesetzgeber hat im EMVG eine Abwägung getroffen, in welchen Fällen ein Betriebsmittel Vorrang vor anderen hat und folglich eine Anordnung gegen die Störquelle ergehen kann. Der Amateurfunkdienst fällt nicht darunter. Die diesbezüglich besonders geschützten Anwendungen sind z.B. die Störung des öffentlichen Telekommunikationsnetzes, oder wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Für alle anderen Anwendungen gilt das Verhältnismäßigkeitsprinzip."

Sie betonen die Gefahr für Leib und Leben. Aber es sind doch gerade die Funkamateure, die in Notsituationen aufgrund ihrer drahtlosen Kommunikation Hilfe leisten bzw. Hilfe leisten können und somit auch öffentliche Organe unterstützen! Aber gerade diese Möglichkeit wird durch die nun ermöglichte Anhebung des Störpegels letztendlich konterkariert! Ferner sprechen Sie von Fairness: Ist es fair, Störungen legalisieren zu wollen und den Funkamateur und den Kurzwellenhörfunkhörer durch immer weiter eingeschränkte Empfangsmöglichkeiten von der Weltgemeinschaft der Funkamateure und Kurzwellenhörer auszugrenzen?!

Sie schreiben: "Es gibt auch keinen Rechtsanspruch, jeden Radiosender dieser Welt an jedem Ort über jeden Empfangsweg ungestört empfangen zu können. Insbesondere nicht wenn der Radiosender jederzeit über andere Medien wie z.B. das Internet empfangen werden könnte."

In der Praxis heißt dies, in einem Katastrophenfall von einem sicheren Medium, den Empfang des Hörfunks unter anderem durch ein Kofferradio, versorgt mit externer Energie (Batterie, Notstrom), aufzugeben. Ebenfalls wird auf die Hilfe des Funkamateurs in Notfällen (siehe oben) verzichtet, da ihm seine Kommunikationsmöglichkeiten weiter eingeschränkt werden. Ein kontraproduktives Verhalten, dem vorbeugende Maßnahmen besser entgegenstehen würden.

Sie schreiben: "Die Zahl der Störungsmeldungen hat im Übrigen in den letzten Jahren, trotz der weiter zunehmenden Verbreitung von EMV-relevanten Produkten, nicht zugenommen. Dies ist ein Beleg, dass das Zusammenspiel von Betriebsmitteln, das im EMVG geregelt wird, in aller Regel funktioniert und hier keine Verschärfungen geboten sind, die natürlich auch zu Mehrkosten führen würden."

Die Einsparung finanzieller Mittel als Begründung zur Freigabe eines erhöhten Störpegels auf den Frequenzen als Maßstab heißt letztendlich nichts anderes, als die Aufgabe der Störungskontrolle auf den Frequenzen zugunsten eines besseren Haushaltes. Polemisch angemerkt: Um wirtschaftlich noch besser dazustehen, könnte man die Kontrollorgane, also die Bundesnetzagentur und ihre Messstellen, ganz abschaffen!

Sie schreiben: "Die Bundesnetzagentur arbeitet seit Jahren gut mit Funkamateuren und ihren Verbänden zusammen. Die gesetzlichen Grundlagen, die das EMVG hierfür bietet, haben sich hierfür als hinreichend und praktikabel erwiesen".

Im Klartext heißt dies: Wenn die Frequenzen weiter ungehindert "vermüllt" werden dürfen, wird drahtlose Kommunikation zukünftig nur noch durch fernbedienbare Funkstationen außerhalb des weiter steigenden Störnebels auf den Frequenzen möglich sein, wenn überhaupt. Weil die Maßnahmen eben nicht, wie behauptet, "hinreichen und praktikabel" sind. Dies aber kann doch nicht das Ansinnen eines in einer Demokratie garantierten und frei empfangbaren Hörfunks und einem völkerverständigenden Amateurfunks sein, von der Störung anderer Funkdienste ganz zu schweigen.

Resümee: Offensichtlich verhält es sich mit der Störungsunterbindung auf Funkfrequenzen ebenso, wie mit der Kriminalitätsbekämpfung im Internet. Hierzu informierte mich ein IT-Spezialist des Polizeireviers Waldkirch, dass erst nach dem Eintritt des Schadenfalls eine Strafverfolgung eingeleitet wird. Auch hier interessiert sich ganz offensichtlich niemand für vorbeugende Maßnahmen, man lässt die Dinge, wie auch hier im Funk laufen, bis der dann nicht mehr zu verhindernde "Schadensfall" - Wegfall der Frequenznutzungsmöglichkeit - eintritt. Ein für mich absolut nicht nachvollziehbares Vorgehen! In der Praxis heißt das überspitzt formuliert: Jeder kann mit einer Waffe im Land rumlaufen, solange der Schadensfall, also der Tod einer Person, nicht gegeben ist. Weil Vorbeugen ja nicht mehr opportun scheint!

Anstatt die Dinge schön zu reden, sollte die Reißleine gezogen werden, ehe es zu spät ist. Oder soll eine so grandiose Erfindung, wie die der drahtlosen Kommunikation, aufgrund kontraproduktiver Entscheidungen zugunsten von weiter zunehmenden Störfaktoren, dem Verfall geopfert werden!?

Bedanken möchte ich mich dafür, dass Sie sich überhaupt gemeldet haben, ein Bundestagsmitstreiter aus dem Landkreis, den ich auch über die Problematik der gestörten Frequenzen informiert hatte, hat sich bis heute nicht gemeldet, obwohl er bei einer Vorführung der Funkamateure auf den Science Days im Europa Park in Rust durchaus positive Worte über das Wirken der Funkamateure fand. Vielen Dank, Herr Weiss, dass Sie sich dieser Angelegenheit angenommen haben und durch mein Ansinnen hoffentlich nachvollziehbare Gründe für den Erhalt sauberer Frequenzen bei zukünftigen Entscheidungen im Bundestag zu diesem Thema mit bedenken,

mit freundlichen Grüßen

Horst Garbe



19.01.2017 BNetzA veröffentlicht Statistik zur Marktüberwachung 2016  

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eigenen Angaben zufolge im Jahre 2016 insgesamt 986.789 Produkte von Internetanbietern gesperrt, die Funkstörungen verursachen können. Das geht aus der "Statistik der Marktüberwachung 2016" hervor, die die Behörde am 16. Januar 2017 veröffentlicht hat.

Die veröffentlichten Zahlen beruhen in erster Linie auf Überprüfungen der "Wirtschaftschaftsakteure" (Hersteller/Importeure und Händler) im Internet und vor Ort sowie auf der Zusammenarbeit mit dem Zoll.

Spitzenreiter der im Internet gesperrten Produkte waren FM-Transmitter (744.262 Exemplare), gefolgt von Funkkopfhörern (201.211 Expl.), Drohnen/Quadrokoptern (21.123 Expl.) und Handfunkgeräten (7934 Expl.).

632 Angebote wurden nach Angabe der Behörde auf Internetplattformen beendet. Bei der Überwachung "neuer Vertriebswege" erwirkte die Behörde drei richterlich angeordnete Hausdurchsuchungen, bei denen 75 Störsender und 21 "sonstige nichtkonforme Funkanlagen" sichergestellt wurden.

Für "markteinschränkende Maßnahmen" bat die BNetzA in 937 Fällen zur Kasse. Sie erzielte damit Einnahmen in Höhe von ca. 840.000 Euro.

Der Zoll meldete der BNetzA im vergangenen Jahr 10.694 "verdächtige" Warensendungen; 88% dieser Sendungen erhielten keine Freigabe für den europäischen Markt.

Im internen Prüflabor der Behörde wurden 697 "EMV-Produkte" und 313 "R&TTE-Produkte" (Funk- und TK-Anlagen) messtechnisch überprüft. Dabei zeigte sich, dass 208 "EMV-Produkte" und 85 "R&TTE-Produkte" "messtechnisch auffällig" waren.

Die "Statistik der Marktüberwachung 2016" kann im Internet unter http://t1p.de/82oc heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung dazu ist unter http://t1p.de/75p8 zu finden.




Irrtumer und Änderungen vorbehalten
Detlef Wipperfürth
© 01/2017
Qulle: FM - DAS FUNKMAGAZIN