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Letztes Update:  22.09.2016

01.09.2016 DARC nimmt Stellung zur Kritik von DB2TU 
01.09.2016 HAARP nimmt Anfang 2017 Betrieb wieder auf
08.09.2016 Umstrittener Anti-Mobilfunk-Film kommt in deutsche Kinos 
08.09..2016 Siemens entwickelt "frequenzselektive" Fensterscheiben 
15.09.2016 Midland M10: CB-Mobilgerät mit Anschluss für PMR-Headsets 
22.09.2016 Amateurfunk-Urgestein Karl-Heinz Hille (ex DL1VU) gestorben 
22.09.2016 Petition von DJ5IL zum EMVG 
22.09.2016 Neue Amateurfunk-Zeitschrift ab Dezember 2016  


01.09.2016 DARC nimmt Stellung zur Kritik von DB2TU 

Der Vorstand des DARC und die Amateurratssprecher DL3AH und (stellvertr.) DL1EIP haben in der "OV-Info 9/2016" Stellung bezogen zu den Vorwürfen, die der Vorsitzende des DARC-Ortsverbands Albstadt (P34), Erhard Blersch, DB2TU, in der September-Augabe der Zeitschrift "Funk-Telegramm" (FT) geäußert hatte (das Funkmagazin berichtete).

In der DARC-Stellungnahme heißt es u.a., der "grobe Inhalt" der von DB2TU im "Funk Telegramm" geäußerten Vorwürfe sei dem "Vorstand und Amateurrat bereits länger bekannt"; DB2TU wiederhole "wider besseres Wissen" (sic!) immer das Gleiche. Seit fast zwei Jahren versuche er, "dem Vorstand und dem Geschäftsführer des DARC e.V. 'falsche Aussagen' in Bezug auf die Finanzen des Vereins und der DARC Verlag GmbH nachzuweisen". Er habe zwar den Amateurrat auf einen Übertragungsfehler im Bericht der Rechnungsprüfer für das Geschäftsjahr 2013 hingewiesen; dieses sei gegenüber dem Amateurrat richtiggestellt worden. Alle seine weiteren "Unterstellungen und falschen Behauptungen über angeblich falsche Bilanzen und die GuV der vergangenen Jahre sowie seine mehrfach geäußerten Vorwürfe der Untreue und Unterschlagung der DARC Führung" würden "jeder sachlichen und realen Grundlage" entbehren.

Weiter heißt es in der DARC-Stellungnahme, DB2TU ignoriere die positiven Ergebnisse des Finanzamtes, das die letzten Betriebsprüfungen von DARC und DARC-Verlag "ohne jede Beanstandung abgeschlossen" und damit "die Richtigkeit der Buchführung" bestätigt habe. Auch ignoriere er, dass "sowohl der Haushaltsausschuss als auch die Rechnungsprüfer des DARC e.V. in den vergangenen 11 Jahren die Entlastung des Vorstandes empfohlen haben und diese in allen Jahren einstimmig vom Amateurrat erteilt wurde".

DB2TU sei - so der DARC weiter - "nachweisbar eine detaillierte schriftliche Zusammenstellung aller DARC-Konten für den von ihm beanstandeten Zeitraum ausnahmsweise zu Kenntnisnahme zugeleitet worden". Man habe ihm auch mehrfach das Angebot gemacht, alle Jahresabschlüsse und weitere relevante finanzielle Unterlagen in der Geschäftsstelle einzusehen. Diese Angebote habe er bis heute nicht angenommen.

Nach Darstellung des DARC "gibt es keine Geheimnisse bei den Finanzen" des Vereins. Der ausführliche Jahresabschluss würde jedes Jahr bei der Mitgliederversammlung ausliegen. Die Distriktsvorsitzenden würden den Kollegen des Haushalts- und Finanzausschusses vertrauen, die den Haushalt prüfen und zur Abstimmung vorlegen.

Die "OV-Info 9/2016" mit dem vollständigen Wortlaut der DARC-Stellungnahme ist nur für DARC-Mitglieder zugänglich und kann im Nachrichten-Bereich der DARC-Website unter "Information für Ortsverbände" heruntergeladen werden.



01.09.2016 HAARP nimmt Anfang 2017 Betrieb wieder auf 

Die Kurzwellensendeanlage des HAARP-Projekts soll Anfang 2017 ihren Betrieb wieder aufnehmen.. Das berichtet die amerikanische Amateurfunkvereinigung ARRL.

Die in Alaska befindliche HAARP-Anlage diente seit 1993 der Erforschung der Ionosphäre. Betreiber war vorwiegend die US Air Force.

Im Juni 2014 wurde die Anlage weitgehend abgeschaltet; ein Abriss drohte. Die amerikanische Amateurfunkvereinigung ARRL setzte sich daraufhin vehement für den Fortbestand der Anlage ein.

Im August 2015 wurde die HAARP-Anlage vom geophysikalischen Institut der Universität Fairbanks übernommen .

Die HAARP-Antennenanlage besteht aus 180 Kreuzdipolen, die auf einer ca. 13 Hektar großen Fläche in 15 Reihen à 12 Antennen angeordnet sind. Es konnten Frequenzen im Bereich von 2,8 bis 10 MHz genutzt werden; die Sendeleistung betrug max. 3,6 Megawatt.

Auch Verschwörungstheoretiker werden sich vermutlich über die geplante Wieder-Inbetriebnahme von HAARP freuen, HAARP ist schon seit Jahren Gegenstand wirrer Verschwörungstheorien. Sie schreiben der Anlage alle möglichen Effekte zu - von Wetterbeeinflussung über Erdbebenerzeugung bis Gedankenkontrolle der Bevölkerung - die aus wissenschaftlicher Sicht jeglicher Grundlage entbehren.

Die ursprüngliche Betreiberin von HAARP, die US-Luftwaffe, beschreitet unterdessen einen anderen Weg. Sie plant, mit Plasma-Generatoren ausgestattete Mini-Satelliten (sog. "Cube-Sats"), in die Ionosphäre zu schießen. Diese sollen dort ionisiertes Gas freisetzen und damit die Reflektionseigenschaften der Ionosphäre beeinflussen.



08.09.2016 Umstrittener Anti-Mobilfunk-Film kommt in deutsche Kinos 

Der umstrittene österreichische Anti-Mobilfunk-Film "Thank you for Calling" kommt ab Mitte September 2016 auch in einige deutsche Kinos.

Der Film will Angaben des Filmverleihs zufolge "nicht nur ernsthaften Hinweisen auf mögliche Gesundheitsrisiken" (durch von Handys und Mobilfunkstationen ausgehende elektromagnetische Felder -Red.) nachgehen, sondern "vor allem der Frage, warum diese Forschung bisher kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist". Er wirft der Mobilfunkindustrie "eine groß angelegte Verschleierungstaktik" vor.

Regisseur und Produzent des Films ist der Filmemacher Klaus Scheidsteger. Scheidsteger hatte bereits 2005 zu diesem Thema einen TV-Film mit dem Titel "Der Handykrieg" gedreht. Einer der damaligen Co-Produzenten, der Mitteldeutsche Rundfunk, kritisierte seinerzeit, der Film entspräche "handwerklich und inhaltlich nicht den Standards" des Senders und sendete nur eine gekürzte Fassung. Der französische Sender "France 2" strahlte den Film dagegen in voller Länge aus.

Viele Szenen aus "Der Handykrieg" verwendete Scheidsteger offenbar auch für "Thank you for Calling"; Kritiker sprechen von schätzungsweise 70 Prozent der Spielzeit.

"Thank you for Calling" wurde bereits im Frühjahr 2016 in einigen Kinos in Österreich gezeigt. Schon damals gab es Einwände von Kritikern, die dem Filmemacher Panikmache vorwarfen - Scheidsteger widersprach dem.

Ein ehemaliger Insider und heutiger Kritiker der Anti-Mobilfunk-Szene, der Münchner Journalist Stephan Schall ("Spatenpauli"), hat in seinem "IZgMF-Forum" unter http://tinyurl.com/zx5xz8q die seiner Auffassung nach wichtigsten Kritikpunkte zu dem Film zusammengefasst.

Wer sich den Film anschauen möchte, der findet unter http://www.ty4c.com/?page_id=9 die deutschen Aufführungstermine.



08.09..2016 Siemens entwickelt "frequenzselektive" Fensterscheiben 

Die Firma Siemens hat "frequenzselektive" Fensterscheiben für Eisenbahnfahrzeuge entwickelt, Durch diese Scheiben soll der Mobilfunkempfang in Zügen verbessert werden.

Fensterscheiben in Eisenbahnwagen sind aus Wärme- und Sonnenschutzgründen oft metallbedampft. Weil solche Scheiben elektromagnetische Felder erheblich dämpfen, haben Handys in derart ausgestatteten Wagen einen schlechten Empfang.

Die von Siemens entwickelten Scheiben weisen eine besondere Beschichtung auf, die ebenfalls Wärme- und Sonnenschutz bietet, deren Struktur aber so beschaffen ist, dass von Handys benutzte Frequenzen im Bereich von 700 MHz bis 3,5 GHz ungehindert passieren können.

Die ersten Wagen mit den neu entwickelten Scheiben sollen Ende 2018 in Zügen des "Rhein-Ruhr-Express" (RRX) eingesetzt werden.



15.09.2016 Midland M10: CB-Mobilgerät mit Anschluss für PMR-Headsets 

Alan Electronics hat ein neues CB-Mobilfunkgerät mit der Bezeichnung "Midland M10" auf den deutschen Markt gebracht.

Das vom Hersteller vollmundig als "Multimedia CB-Funkgerät" bezeichnete AM/FM-Gerät verfügt als Besonderheit über einen USB-Anschluss, der jedoch nur zur 5-Volt-Stromversorgung bzw. als Ladebuchse für externe Geräte (z.B. Smartphones) dient. Über eine Doppelklinken-Buchse können PMR446-Headsets oder ein Bluetooth-Adapter angeschlossen werden.

Die übrige Ausstattung ist eher spartanisch: Das Gerät verfügt über die üblichen europäischen "Ländernormen", Drehregler für Lautstärke und Squelch, wahlweise Autosquelch, Kanal-9/19-Taste und Anschluss für externen Lautsprecher. Das LC-Display bietet nur eine Kanalanzeige sowie eine TX/RX-Anzeige und Symbole für den Status der Lautsprecher- und der Doppelklinken-Buchse. Ein S-Meter ist nicht vorhanden.

Die Kanalwahl kann nur über Up/Down-Tasten am Gerät vorgenommen werden. Ein Kanalwahl-Knopf ist nicht vorhanden, ebensowenig wie Kanalwahltasten am Mikrofon.

Die vollständige Bedienungsanleitung des Midland M10 kann unter http://tinyurl.com/zqdvmq3 heruntergeladen werden (Händlerlink zu Neuner-Funk). Der Straßenpreis des Geräts liegt derzeit bei weniger als 130 Euro.



22.09.2016 Amateurfunk-Urgestein Karl-Heinz Hille (ex DL1VU) gestorben 

Ein Urgestein des deutschen Amateurfunks, Karl-Heinz Hille (ex DL1VU), ist am 12. September 2016 im Alter von 94 Jahren gestorben.

Karl-Heinz Hille wurde bereits früh mit dem Funkbazillus infiziert. Er begann schon als Jugendlicher, seine Sender selbst zu bauen und war - wegen der damaligen restriktiven Gesetzgebung - anfangs notgedrungen als "Schwarzfunker" aktiv.

Im Zweiten Weltkrieg war er als Funktechniker bei der damaligen Wehrmacht tätig. Nach dem Kriege gehörte er zu den ersten Funkamateuren, die (schon lange vor der Gründung der Bundesrepublik) den Amateurfunkbetrieb wieder aufnahmen. Als Gründungsmitglied des Bayerischen Amateur-Radio-Clubs (einem Vorläufer des heutigen DARC) war er maßgeblich an der Neuorganisation des Amateurfunks in Deutschland beteiligt.

Einem breiten Kreis von Funkfreunden wurde Karl-Heinz Hille durch seine Reiseberichte in der Zeitschrift "funk" bekannt. Er bereiste in den achtziger Jahren mehrfach den Südseeraum und bot damit Funkamateuren die Möglickeit, seltene Präfixe zu arbeiten. Er war auch erfolgreich als Buchautor tätig. Sein Standardwerk "Vom Elektron zum Schwingkreis" kann im Internet unter http://www.amateurfunkpruefung.de/download/ heruntergeladen werden.

Karl-Heinz Hille befasste sich auch intensiv mit der Physik und dem Aufbau von Antennen . Er veröffentlichte dazu zahlreiche Publikationen und hielt mehrere Patente.

Ende 2015 gab Karl-Heinz Hille sein Rufzeichen DL1VU zurück. Das Call wurde inzwischen einem anderen Funkamateur zugewiesen.



22.09.2016 Petition von DJ5IL zum EMVG 

Der Funkamateur Karl Fischer, DJ5IL, hat beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eine Petition zum Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG) eingereicht.

DJ 5IL vertritt in seiner Petition die Auffassung, dass das EMVG "sowohl gegen die Prinzipien der Normenbestimmtheit, Normenklarheit und Rechtssicherheit, als auch gegen die Grundsatzdokumente der Internationalen Fernmeldeunion im Rang eines Bundesgesetzes" verstößt.

Er bezieht sich auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 3. September 2014 (Az. 7 K 3467/13). Darin war die Klage eines Funkamateurs abgewiesen worden, der gefordert hatte, die BNetzA solle verpflichet werden, vom Nachbarn ausgehende Funkstörungen zu beseitigen. DJ5IL wirft dem Gericht vor, es habe mit seinem Urteil "Vorgaben des EMVG in Verbindung mit dem AFuG und den Grundsatzdokumenten der ITU" ignoriert sowie den Amateurfunkdienst diskriminiert. Darüber hinaus sei es "technisch inkompetent". Es spiegele - so DJ5IL - "die gängige Praxis der BNetzA wider, im Störungsfall nicht einzuschreiten, solange das störende Betriebsmittel lediglich die einschlägigen Normen einhält".

DJ5IL bemängelt auch, dass es sich bei den im EMVG festgelegten Regelungen zur Störungsbeseitigung durch die BNetzA lediglich um "Kann"-Bestimmungen handelt, die der Behörde zwar Befugnisse einräumen, sie aber nicht zwingend zur Störungsbeseitigung verpflichten. Er schlägt vor, dies im neuen EMV-Gesetz, das sich z.Zt. im Gesetzgebungsverfahren befindet, entsprechend zu ändern.

Karl Fischer hatte sich bereits in der Vergangenheit vehement gegen untaugliche Technologien ausgesprochen. die Störungen im Funkspektrum verursachen - in erster Linie PLC. So wandte er sich energisch gegen die Schaffung der neuen PLC-Norm 50561-1 (das Funkmagazin berichtete mehrfach).

Der vollständige Wortlaut der aktuellen Petition von DJ5IL kann im Internet unter http://cq-cq.eu/emvg2016pet.pdf heruntergeladen werden.



22.09.2016 Neue Amateurfunk-Zeitschrift ab Dezember 2016  

Der Betreiber des Blogs "hamspirit.de", Silvio Kunze, DO1SIL, bringt ab 1. Dezember 2016 eine neue Amateurfunk-Zeitschrift heraus.

Die neue Zeitschrift trägt den Titel "HAMSPIRIT - Das Community-Magazin" und soll vierteljährlich erscheinen. Der Herausgeber verspricht einen Themenmix, der sich zum Schmökern eignet und zum Nachmachen einlädt.

Eine Nullnummer der neuen Zeitschrift hatte Silvio bereits auf der diesjährigen HAM RADIO vorgestellt. Das Heft im Format DIN A4 ist professionell gestaltet, durchgehend vierfarbig und macht einen hochwertigen Eindruck.

Ein Jahres-Abonnement von "HAMSPIRIT - Das Community-Magazin" kostet 24 Euro. Daneben sind auch ein Digital-Abo (Versand per E-Mail) für 19 Euro/Jahr und ein Kombi-Abo (Heft und digital) für 27 Euro/Jahr erhältlich.

Weitere Infos dazu gibt's im Internet unter www.hamspirit.de/abonnieren




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Detlef Wipperfürth
© 09/2016
Qulle: FM - DAS FUNKMAGAZIN