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Letztes Update:  25.05.2017

04.05.2017 SCBO: USKA-Beitritt wegen Formfehler beanstandet 
04.05.2017 Mal wieder: Nachbarschaftsstreit wegen Amateurfunkanlage... 
11.05.2017 Neues Analog/Digital-PMR446-Handfunkgerät von Stabo 
11.05.2017 Neues Funkanlagengesetz vom Bundestag beschlossen 
18.05.2017 AFu: BNetzA duldet beschränkte Nutzung des 4-m-Bandes 
18.05.2017 dpa: Besser Powerline als WLAN nutzen... 
25.05.2017 keine neue Nachrichten


04.05.2017 SCBO: USKA-Beitritt wegen Formfehler beanstandet 

Wegen eines Formfehlers ist die Aufnahme der Swiss CB Organisation (SCBO) in den schweizerischen Amateurfunkverband USKA nachträglich beanstandet worden.

Um in die USKA aufgenommen zu werden, musste die SCBO zuvor ihre Satzung ("Statuten"), ändern. Diese Satzungsänderung fand anlässlich einer Delegiertenversammlung am 5. November 2016 statt.

Jetzt stellte sich heraus, dass bei der Abstimmung Stimmenenthaltungen falsch gewertet wurden und deshalb die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen nicht erreicht wurde.

Die SCBO wird nun am 24. Juni 2017 erneut eine Delegiertenversammlung durchführen und über die Satzungsänderung abstimmen. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass die erforderliche Zweidrittelmehrheit nunmehr zustande kommt und einer Mitgliedschaft in der USKA nichts mehr im Wege steht.



04.05.2017 Mal wieder: Nachbarschaftsstreit wegen Amateurfunkanlage... 

Unter der Rubrik "Ärgernis der Woche" hat die "Badische Zeitung" am 20. April 2017 über einen "Streit wegen eines Amateurfunkers" berichtet.

Der Funkamateur war im Herbst vergangenen Jahres in das baden-württembergische Städtchen Aulendorf gezogen und hatte - der Zeitungsmeldung zufolge - "nach und nach mehrere Antennen auf dem Dach seines Hauses" angebracht.

Daraufhin klagten Nachbarn über gesundheitliche Probleme: "Gliederschmerzen, Kopfweh, Einschlafprobleme", auch seien Gliedmaßen häufig eingeschlafen. Meist seien die Symptome abends aufgetreten, was die Nachbarn zu dem messerscharfen Schluss veranlasste, es bestehe der "Verdacht eines Zusammenhangs zwischen der Belastung mit Funkwellen und den Beeinträchtigungen", weil der OM meist abends seinem Hobby nachginge. Ein anderer Nachbar klagte über "Gleichgewichtsstörungen und Schwindel".

Die "Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg" wurde alarmiert, die den Fall an die BNetzA weitergab. Die BNetzA schickte den Prüf- und Messdienst, der feststellte, dass die Amateurfunkanlage die Grenzwerte einhält.

Auch andere in der Nachbarschaft aufgetretene Störungen wie ein sich nicht öffnendes funkgesteuertes Garagentor, eine gestörte Lüftersteuerung und Störungen im Satelliten-TV-Empfang konnten dem Funkamateur nicht zur Last gelegt werden.

Leser der "Badischen Zeitung" haben den Zeitungsartikel, der offenbar von einem in Berlin ansässigen Journalisten-Büro zugekauft wurde, inzwischen wegen tendenziöser Formulierungen kritisiert. So hatte der Autor z.B. angemerkt, das (den Funkamateur entlastende) Ergebnis des Prüf- und Messdienstes sei nicht überraschend, schließlich hätten "die Kontrolleure dem Funker ihre Messung vorher angekündigt".

Eine Diskussion zu diesem Fall, an der auch der betroffene Funkamateur teilnimmt, findet im Forum "Funkbasis.de" statt.



11.05.2017 Neues Analog/Digital-PMR446-Handfunkgerät von Stabo 

Die Firma Stabo Elektronik hat ein neues analoges/digitales PMR446-Handfunkgerät mit der Bezeichnung "freetalk digi_8" angekündigt.

Das Gerät verfügt im Analog-Modus über acht Kanäle im Frequenzbereich 446,0 bis 446,1 MHz und im Digital-Modus über acht Kanäle im Bereich 446,1 bis 446,2 MHz, jeweils im 12,5-kHz-Raster. Es findet also keine Analog-Digital-Doppelbelegung der Frequenzen statt. Die Analog-Kanäle tragen die Kanalnummern 9 bis 16, die Digital-Kanäle sind mit 1 bis 8 beziffert. Der eingestellte Kanal wird bei aktivierter Sprachansage in englischer Sprache angesagt.

Analoge Aussendungen können mit CTCSS-Subtönen unterlegt bzw. mit DCS-Codes adressiert werden (kann mit der "Monitor"-Funktion überbrückt werden). Außerdem stehen im Analog-Modus eine Scan-Funktion und ein "Flüstermodus" zur Verfügung. Bei aktiviertem "Flüstermodus" werden leise Sprachsignale bei der Eingabe (z.B. bei Verwendung eines Headsets) angehoben.

Im Digital-Modus können - je nach Programmierung - gezielt bestimmte einzelne Geräte oder Gerätegruppen gerufen werden. Für die Programmierung sind ein PC und separat erhältliche Software erforderlich. Die digitalen Aussendungen können verschlüsselt werden.

Die Strahlungsleistung des "freetalk digi_8" beträgt - wie in der Frequenzzuteilung für PMR446 festgelegt - in beiden Modi 500 Milliwatt ERP. Die Antenne ist fest installiert. Die Abmessungen betragen (ohne Antenne) 54 x 120 35 mm.

Das Gerät ist staub- und spritzwassergeschützt nach Schutzklasse IP54 und wird mit einem 1650-mAh-Lithium-Ionen-Akku geliefert. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt knapp 75 Euro; der Straßenpreis wird erfahrungsgemäß etwas darunter liegen.

Die Bedienungsanleitung des "stabo freetalk digi_8" kann unter http://t1p.de/freetalk-digi8 heruntergeladen werden.

Die seit 1997 zur französischen "Groupe President Electronics" gehörende Firma Stabo Elektronik setzt in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zunehmend auf Online-Medien: Sie hat ihren Internet-Auftritt unter www.stabo.de überarbeitet und ist seit Anfang dieses Jahres auch auf Facebook präsent.



11.05.2017 Neues Funkanlagengesetz vom Bundestag beschlossen 

Von der Öffentlichkeit und interessierten Kreisen weitgehend unbemerkt hat der Deutsche Bundestag am 27. April 2017 in zweiter und dritter Lesung das neue Funkanlagengesetz (FuAG) beschlossen. Das neue FuAG ersetzt künftig das bisherige FTEG. Mit dem Gesetz werden gleichzeitig kleinere Änderungen am TKG und am EMVG vorgenommen.

Das Gesetz wurde ohne weitere Aussprache mit den Stimmen von SPD und CDU/CSU angenommen, Die Fraktion Die Linke stimmte dagegen, Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich der Stimme.

Der Wortlaut des nunmehr beschlossenen Gesetzes kann im Internet unter http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/116/1811625.pdf heruntergeladen werden.

Das Bundestagsprotokoll über die Abstimmung ist unter http://t1p.de/sfwn zu finden (Seite 23230 im PDF).

Das neue Gesetz ist noch nicht in Kraft. Es muss noch vom Bundespräsidenten ausgefertigt und anschließend im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.

Das FuAG enthält in erster Linie Regelungen für sog. "Wirtschaftsakteure" (Hersteller, Importeure, Händler). Dazu gehören u.a. umfangreiche Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatte zuletzt am 28. Juli 2016 einen Referentenentwurf des FuAG veröffentlicht (das Funkmagazin berichtete), um Kommentierung gebeten und sich seitdem in Schweigen gehüllt.



18.05.2017 AFu: BNetzA duldet beschränkte Nutzung des 4-m-Bandes 

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) duldet befristet bis 31. August 2017 die Nutzung des Frequenzbereichs 70,150 bis 70,180 MHz des 4-m-Bandes durch Funkamateure der Genehmigungsklasse A. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Behörde in ihrem Amtsblatt und unter http://t1p.de/4m-duldung-2017 im Internet veröffentlicht hat.

Die Duldung ist beschränkt auf ortsfeste Amateurfunkstellen. Die Aussendungen dürfen eine Strahlungsleistung von 25 Watt ERP und eine Bandbreite von 12 kHz nicht überschreiten. Die Antenne muss horizontale Polarisation aufweisen. Fernbediente Aussendungen sind nicht erlaubt.

Es besteht Logbuchpflicht, d.h. Uhrzeit, Frequenz, Modulationsart, Leistung, ggf. Antennenrichtung und ggf. das Rufzeichen der Gegenstation müssen aufgezeichnet und mit Unterschrift des Rufzeicheninhabers bestätigt werden.

Es handelt sich lediglich um eine Duldung; regulär sind dem Amateurfunkdienst in Deutschland keine Frequenzen des 4-m-Bandes zugeteilt. Ähnliche befristete Duldungen gab es bereits in den Jahren 2014 und 2015.



18.05.2017 dpa: Besser Powerline als WLAN nutzen... 

Wer Internet in weit vom Router entfernte Räume des Hauses bringen will, der sollte besser Powerline als WLAN nutzen. Diesen (aus Sicht von Kurzwellen-Nutzern zweifelhaften) Rat hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in einer Agentur-Meldung verbreitet, die offensichtlich kritiklos und ohne weitere Recherche von verschiedenen Zeitungen übernommen wurde.

Die dpa beruft sich in ihrer Meldung auf einen Beitrag in der Zeitschrift "mac & i". Die Zeitschrift "mac & i" ist ein zweimonatlich erscheinender Ableger des renommierten Computer-Magazins c't, das im Heise-Verlag erscheint.

In dem "mac & i"-Beitrag wird nirgendwo auf das Störpotenzial hingewiesen, das die Powerline-Technologie systembedingt in sich birgt. In dem Beitrag heißt es zwar, "die Leitungsqualiät für die hochfrequenten Signale [sei] im Stromkabel dürftig, der Störpegel hoch und unregelmäßig". Der Autor bezieht dies jedoch nur auf Störungen, die die Datenübertragungsrate negativ beeinflussen. Auf den Umstand, dass bei Powerline ungeschirmte Stromkabel für die Übertragung von HF-Signalen genutzt werden, die Kabel deshalb wie Antennen wirken und erhebliche Störungen im Kurzwellenbereich verursachen können, geht der Autor mit keinem Wort ein.

Auch in einer c't-Sonderpublikation zum Thema "Netzwerke" aus dem Jahre 2016 wird Powerline zwar ausführlich beschrieben, aber ebenfalls nicht auf das Störpotenzial dieser Übertragungstechnik eingegangen.

Noch fünf Jahre zuvor, im Januar 2011, hatte sich die c't nicht gescheut, ausführlich über die Störproblematik von Inhouse-Powerline-Geräten zu berichten und dazu auch Stellungnahmen von betroffenen Frequenznutzern und Herstellern einzuholen (das Funkmagazin berichtete).

Allerdings hatte die Bundesnetzagentur (BNetzA) der Zeitschrift schon damals mitgeteilt, dass bei ihr nur wenige Störungsmeldungen zu Powerline eingegangen seien. Auch in den BNetzA-"Jahresberichten" der vergangenen Jahre wurden Störungen durch Powerline nicht erwähnt.

Nutzer der Kurzwelle wie CB-Funker, Funkamateure und Kurzwellenhörer klagen dagegen unvermindert über Störungen durch Powerline-Anlagen. Die Kurzwellenhörer-Vereinigung ADDX rat Käufern von Powerline-Geräten, sich vom Händler ein Rückgaberecht und die Kostenübernahme für durch Powerline verursachte Schäden schriftlich bescheinigen zu lassen. Ein entsprechendes Formular kann im Internet unter www.addx.de/plc/PLC-Muster03.pdf heruntergeladen werden. Umfangreiche Informationen zu Powerline sind auf den Webseiten des DARC und der ADDX unter http://t1p.de/darc-zu-plc und www.addx.de/plc/plc.php zu finden, Audio-Beispiele gibt es unter http://t1p.de/plc, Video-Clips sind unter http://t1p.de/youtube-plc zu finden.

Funkstörungen durch Powerline-Installationen sollten unbedingt der Störungsstelle der Bundesnetzagentur unter Tel. 048 21 89 55 55 oder per E-Mail unter funkstoerung@bnetza.de gemeldet werden.




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Detlef Wipperfürth
© 05/2017
Qulle: FM - DAS FUNKMAGAZIN