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Letztes Update:  26.02.2015

05.02.2015 ZDF-Magazin WISO empfiehlt Powerline-Adapter... 
05.02.2015 Zeitschrift "Funk-Telegramm" jetzt mit Diskussionsforum 
12.02.2015 Neues Blackbox-CB-Funkgerät "CRT Mike" erhältlich 
12.02.2015 Notizen aus der Provinz: Bürger fordern Bau von Mobilfunksendern... 
19.02.2015 Roßbach: Messstation errichtet - Kampagne gegen Funkamateur geht weiter... 
26.02.2015 Powerline-Hersteller meinen: Unsere Geräte stören nicht... 
26.02.2015  Geänderte CB-Bestimmungen in Tschechien in Kraft getreten 


05.02.2015 ZDF-Magazin WISO empfiehlt Powerline-Adapter... 

Unter dem Titel "Schnelles WLAN im Haus" berichtete das ZDF-Magazin "WISO" am 26. Januar 2015 u.a. über den Einsatz von Powerline-Adaptern in WLAN-Netzwerken.

Das Magazin schilderte einen Fall, bei dem in einem zweigeschossigen Einfamilienhaus die WLAN-Versorgung unzureichend war, weil der WLAN-Router im Keller untergebracht war. Einer Verlegung des Routers stimmte der Hausherr nicht zu, weil er "alles zentral im Keller" haben wollte. Ebenso sollten keine Löcher gebohrt werden, um LAN-Kabel zu verlegen.

WISO-Autor Marko Bagic schlug vor, die Reichweite des WLAN-Routers mit WLAN-Repeatern oder Powerline-Adaptern zu vergrößern. Allerdings sei der Aktionsradius von WLAN-Repeatern durch Decken und Wände beeinträchtigt. Mit mehreren Powerline-Adaptern sei dagegen eine Netzabdeckung im ganzen Haus bis zu hundert Prozent erreichbar. Der WISO-Beitrag schloss mit den Worten, dass die Familie mit wenig Aufwand und Powerline-Adaptern "jetzt wieder Spaß am mobilen Surfen in den eigenen vier Wänden" habe.

Mit keinem Wort ging der WISO-Autor auf das Störpotenzial ein, das von Powerline-Adaptern ausgeht. Weil bei dieser Art der Datenübertragung die Daten per Hochfrequenz auf ungeschirmten Stromleitungen übertragen werden, wirken die Stromleitungen wie Antennen und können erhebliche Störungen insbesondere im Kurzwellenbereich verursachen. Funkamateure, CB-Funker und Kurzwellenhörer-Vereinigungen weisen schon seit Jahren auf diese Problematik hin.

Die Kurzwellenhörer-Vereinigung ADDX rät Kunden, die sich dennoch ein Powerline-Modem kaufen wollen, mit dem Händler schriftlich ein Rückgaberecht und eine Kostenübernahme für die Beseitigung evtl. auftretender Störungen zu vereinbaren. Ein entsprechendes Formular kann unter www.addx.de/plc/PLC-Muster03.pdf heruntergeladen werden..

Umfassende Informationen zum Störpotenzial von Powerline sind im Internet auf den Seiten der ADDX unter http://www.addx.de/plc/plc.phpwww.addx.de/plc/plc.php und des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) unter www.darc.de/geschaeftsstelle/verbandsbetreuung/plc zu finden.



05.02.2015  Zeitschrift "Funk-Telegramm" jetzt mit Diskussionsforum 

Die Amateurfunk-Zeitschrift "Funk-Telegramm" hat am 1. Februar 2015 im Internet ein Diskussionsforum eingerichtet. 

Das Forum ist unter http://forum.funk-telegramm.de zu erreichen und bietet Interessenten die Möglichkeit, zu Artikeln der Zeitschrift und allgemeinen Amateurfunk-Themen Stellung zu nehmen.

Das monatliche erscheinende "Funk-Telegramm" wird von dem Funkamateur Joachim Kraft DL8HCZ herausgegeben. Das Blatt verzichtet auf Hochglanz-Präsentation, berichtet auch über Themen, die abseits vereinsabhängiger Amateurfunk-Berichterstattung liegen und hat keine Berührungsängste zu Hobbyfunk-Anwendern außerhalb des Amateurfunks.



12.02.2015 Neues Blackbox-CB-Funkgerät "CRT Mike" erhältlich 

Ein neues CB-Mobilfunkgerät in "Blackbox"-Bauweise ist seit Anfang Februar 2015 in Deutschland erhältlich.

Das Gerät trägt die Bezeichnung "CRT Mike" und wird in Europa unter dem Label von CRT France vertrieben; deutscher Importeur ist die Firma Maas Elektronik. Originalhersteller des Gerätes ist die chinesische Firma Qixiang, die als Auftragshersteller für zahlreiche Funkgeräte-Anbieter tätig ist. 

Wie bei Blackbox-Geräten üblich sind beim "CRT Mike" alle Bedienelemente im Mikrofongehäuse untergebracht. Die Mikrofoneinheit ist über ein ca. 1 Meter langes Spiralkabel mit dem eigentlichen Funkgerät, der "Blackbox", verbunden. Diese sehr kompakt ausgeführte Blackbox (Maße: 112x143x30 mm) kann an einem beliebigen Ort im Fahrzeug untergebracht werden. Das Anschlusskabel kann mit einem handelsüblichen Netzwerk-Verlängerungskabel problemlos verlängert werden. An die Mikrofoneinheit können außerdem ein Headset und eine separate PTT-Taste angeschlossen werden. 

Das "CRT Mike" verfügt verfügt über die Modulationsarten AM und FM, diverse schaltbare "Ländernormen", Scan-Funktion, Zweikanalüberwachung, vier Speicherkanäle, Automatik-Squelch und RF-Gain. Das dimmbare Display zeigt neben diversen Betriebszuständen wahlweise den eingestellten Kanal oder die Betriebsfrequenz.

Der Straßenpreis des "CRT Mike" beträgt derzeit ca. 100 Euro.



12.02.2015 Notizen aus der Provinz: Bürger fordern Bau von Mobilfunksendern... 

Verkehrte Welt in der bayerischen Provinz: Während in dem fränkischen Flecken Zeitlofs verängstigte Einwohner gegen die Funkanlage eines Funkamateurs protestieren (das Funkmagazin berichtete), fordern genervte Bürger in der nur 50 Kilometer Luftlinie entfernten Ortschaft Schonungen händeringend den Bau von Mobilfunksendern in ihrem Ort.

Der Grund: Aufgrund der ungünstigen topografischen Lage ist in mehreren Ortsteilen der Großgemeinde Schonungen die Mobilfunkanbindung derart schlecht, dass eine Nutzung von Handys und Smartphones praktisch nicht möglich ist. Das wollen die Einwohner einem Pressebericht zufolge nicht länger hinnehmen. Mobilfunk - so heißt es - sei inzwischen so wichtig wie "fließendes Wasser". Ohne Mobilfunk würden junge Leute wegziehen, Hilfskräfte seien in Notfällen schwer zu erreichen, Urlauber würden fernbleiben und auch das örtliche Gewerbe leide erheblich unter der mangelhaften Funkanbindung. 

Die Gemeinde würde am liebsten selbst die erforderlichen Mobilfunkmasten errichten; dies sei aber leider aus rechtlichen und finanziellen Gründen nicht möglich. Die Netzbetreiber haben bisher abgewinkt: Ein Ausbau des Mobilfunknetzes im Ort sei unwirtschaftlich. Einen Lichtblick gab es jedoch von der Telekom: Das Unternehmen will prüfen, ob für die Versorgung von zwei Ortsteilen ein zusätzlicher Sendemast machbar ist.

Inzwischen sind auch die Medien auf die Situation in Schoningen aufmerksam geworden: Ein TV-Team des Bayerischen Fernsehens war vor Ort und berichtete über das Leben der Einwohner im "Funkloch".

Ironie am Rande: Die TV-Leute verspäteten sich, weil sie den Ort zunächst nicht fanden. Das internet-basierte Navigationssystem auf dem Smartphone des Fernseh-Teams hatte wegen der schlechten Funkanbindung nicht funktioniert...

Dieser Beitrag entstand aufgrund eines freundlichen Hinweises von Guido Liedtke, DJ1NG



19.02.2015 Roßbach: Messstation errichtet - Kampagne gegen Funkamateur geht weiter... 

Die Bundesnetzagentur hat am 11. Februar 2015 in der bayerischen Gemeinde Zeitlofs, Ortsteil Roßbach, eine automatische Messanlage zur Erfassung von elektromagnetischen Feldern im Bereich von 9 kHz bis 3 GHz errichtet. 

Grund dafür sind andauernde Proteste von Anwohnern, die sich gegen die Amateurfunkanlage eines ortsansässigen Funkamateurs richten (das Funkmagazin berichtete mehrfach). Sie werfen dem Funkamateur u.a. vor, dass die von seiner Anlage ausgehenden elektromagnetischen Felder für mehrere Krebserkrankungen in der näheren Umgebung verantwortlich sein könnten.

Die BNetzA erklärte sich bei einem von der Gemeinde einberufenen Gespräch am 15. Januar 2015 bereit, eine rd. drei Monate dauernde Langzeitmessung der Funk-Immissionen in Roßbach vorzunehmen.

Die jetzt errichtete Messtation befindet sich nach Angaben von Beobachtern in rd. 30 Metern Entfernung von der Grundstücksgrenze des Funkamateurs auf einem Nachbargrundstück. Die bisherigen von der BNetzA veröffentlichten Messergebnisse zeigen, dass die Immissionen weit weniger als ein Prozent der gesetzlich zulässigen Grenzwerte betragen.

Die detaillierten Messwerte können im Internet unter http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx abgerufen werden (im Adressfeld den Ort "Zeitlofs Roßbach" eingeben).

Unabhängig davon sind engagierte Funkfreunde in Roßbach auf die Suche nach weiteren Strahlungsquellen gegangen. Dabei haben sie in dem rd. 300 Einwohner zählenden Flecken 42 WLAN- und 10 DECT-Sender ermittelt und dies auf einer Karte dokumentiert. Außerdem haben sie festgestellt, dass der gesamte Ortsteil durch Freiluft-Stromleitungen "verbrummt" wird.

Die Kampagne gegen den Funkamateur geht unterdessen unvermindert weiter. Nach wie vor sind im Ort gelbe Schilder angebracht, auf denen vor Amateurfunk gewarnt wird. 

Bei einem Besuch des Bayerischen Rundfunks in Roßbach waren die Amateurfunk-Gegner nicht zu einem Interview bereit. Stattdessen fand die Reporterin vor der Haustür(!) eines Amateurfunkgegners einen Brief, in dem es hieß, man wolle namentlich nicht genannt werden. 

Auf einem Faschingsumzug in Zeitlofs wurde ein Wagen präsentiert, auf dem Antennen angebracht waren, die offensichtlich die Amateurfunkantennen in Roßbach darstellen sollten. An dem Wagen war u.a. ein Schild angebracht, das den Schluss zulässt, dass der Amateurfunk auch mit dem Verschwinden des Schwarzstorchs ("Der Schwarzstorch ist schon weg") in Verbindung gebracht wird. Unklar ist die Bedeutung eines Schildes mit der Aufschrift "Flugbenzin von oben (...)", das sich offenbar ebenfalls auf den Roßbacher Funkamateur bezieht.

Die Vorgänge in Roßbach sind ausführlich im Internet unter http://osthessenfunk.de/Aktuell/Zeitlofs.html dokumentiert.



26.02.2015 Powerline-Hersteller meinen: Unsere Geräte stören nicht... 

Hersteller von Powerline-Adaptern sind der Meinung, dass ihre Geräte keine nennenswerten Störungen bei Funkdiensten und -anwendungen verursachen. Das geht aus einer Meldung des Internet-Portals "teltarif.de" vom 20. Februar 2015 hervor.

"teltarif.de" hatte die PLC-Marktführer AVM und Devolo befragt, ob ihre Powerline-Adapter den Amateurfunk und andere Funkanwendungen stören bzw. was sie als Hersteller unternehmen, um mögliche Störungen zu vermeiden. 

Die Firma AVM erklärte, ihre Powerline-Adapter würden symmetrisch in die Stromleitung einkoppeln. dadurch werde "nur ein geringer Teil der ohnehin geringen Leistung abgestrahlt". Auf den Amateurfunkbändern würden die Powerline-Pegel zusätzlich abgesenkt. Innerhalb des Frequenzbereichs 2 bis 68 MHz seien "keine Störungen zu erwarten", insbesondere würden "die Amateurfunkdienste nicht gestört".

Die Firma Devolo meint, die von ihren dLan-Adaptern ausgesendeten Signale lägen "in der gleichen Größenordnung wie die Störsignale anderer Verbrauchsgeräte". Sie würden nicht mehr Störungen erzeugen als z.B. eine Bohrmaschine. Hinsichtlich des Amateurfunks verweist Devolo auf das Abkommen zwischen der amerikanischen Amateurfunkvereinigung ARRL und der "HomePlug Powerline Alliance" aus dem Jahre 2001, das besagt, dass Amateurfunkfrequenzen ausgenotcht werden. Darüber hinaus würden viele Funkamateure in ihrem Shack Computer nutzen. Deren Emissionen - so Devolo - "liegen in einer vergleichbaren Größenordnung wie die - unter Worst-Case-Bedingungen - gemessenen Pegel der HomePlug-Adapter".

Der vollständige Bericht von "teltarif.de" ist unter http://tinyurl.com/qzvortr zu finden und kann dort auch kommentiert werden.

Amateurfunk- und Kurzwellenhörer-Vereinigungen wie der DARC und die ADDX können derartige Unbedenklichkeits-Darstellungen nicht teilen. Sie machen schon seit Jahren auf die Störproblematik von Powerline aufmerksam und bieten dazu im Internet unter http://www.darc.de/geschaeftsstelle/verbandsbetreuung/plc und www.addx.de/plc/plc.php umfangreiches Informationsmaterial an.

Die ADDX rät Kunden, die sich ein Powerline-Modem kaufen wollen, mit dem Händler schriftlich ein Rückgaberecht und eine Kostenübernahme für die Beseitigung evtl. auftretender Störungen zu vereinbaren. Ein entsprechendes Formular ist unter www.addx.de/plc/PLC-Muster03.pdf zu finden.

Funkstörungen können der Bundesnetzagentur jederzeit unter Tel. 048 21 89 55 55 oder E-Mail funkstoerung@bnetza gemeldet werden.



26.02.2015  Geänderte CB-Bestimmungen in Tschechien in Kraft getreten 

In der Tschechischen Republik sind am 15. Februar 2015 geänderte CB-Funk-Bestimmungen in Kraft getreten.

Die wichtigsten Änderungen bestehen darin, dass die bisherigen Verbote für die Verwendung von Sprachverschleierern ("Speech Scramblers") und Transpondern aufgehoben wurden. Entfallen ist auch das bisherige Verbot, dass CB-Funkanlagen weder direkt noch indirekt mit öffentlichen Kommunikationsnetzen verbunden werden dürfen.

Nach Auffassung des in Tschechien lebenden Funkpioniers Reinhard Mader, der gute Kontakte zur tschechischen Fernmeldeverwaltung unterhält, sind damit in der Tschechischen Republik im CB-Funk jetzt u.a. auch Gateway- und Semiduplexbetrieb erlaubt. 

Die Tschechische Republik ist nach wie vor das einzige europäische Land, das im CB-Funk die deutschen "nationalen Zusatzkanäle" 41 bis 80 übernommen hat. Ebenso wie in Deutschland dürfen in Tschechien die CB-Kanäle 1 bis 80 in der Modulationsart FM genutzt werden, die Nutzung der Modulationsarten AM und SSB ist nur auf den Kanälen 1 bis 40 erlaubt. Die zulässige Sendeleistung beträgt 4 Watt in den Modulationsarten AM und FM sowie 12 Watt ERP in der Modulationsart SSB.

Richtantennen sind nach wie vor nur dann erlaubt, wenn sie keinen Gewinn in horizontaler Ebene aufweisen.

In der Tschechischen Republik sind bestimmte Kanäle für spezielle Nutzungen vorgesehen:
 

Der Kanal 9 ist für Notrufe reserviert;
 

die Kanäle 10 und 19 sollen bevorzugt für Verkehrsinformationen benutzt werden; 
 

die Kanäle 18 und 23 sind für den Betrieb von ferngesteuerten Stationen im "Idle-Modus" vorgesehen;
 

der Kanal 1 soll vorzugsweise als Anrufkanal und der Kanal 80 für Anrufe mit Selektivruf genutzt werden; nach dem Verbindungsaufbau soll auf einen anderen Kanal gewechselt werden.

Eine englische Übersetzung der geänderten tschechischen CB-Funk-Bestimmungen kann im Internet unter www.funkmagazin.de/docs/cb_czech_2015.pdf heruntergeladen werden.




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Detlef Wipperfürth
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