Stand 01.01.2012

UKW-Frequenzen
Radio-Aktivität auf den UKW-Frequenzen

Große Teilabschnitte des UKW-Bereichs kann man mit fast allen handelsüblichen Funk-Scannern empfangen.
Einige Scanner decken das gesamte UKW-Band bis hinauf in den GHz-Bereich ab. Jedoch nützt ein Scanner immer erst dann etwas, wenn man weiß, welche Frequenzen den einzelnen Funkdiensten zugewiesen sind.
Es gibt nämlich wesentlich mehr als Rundfunk und Polizeifunk.

Funkdienste auf VHF und UHF
47-68 MHz Fernsehbereich
50-54 MHz 6-m Band Amateurfunk
68-87,5 MHz 4- m Band BOS (Polizei, Rettungsdienste, ...)
87,5-108 MHz UKW-Rundfunk
108-118MHz Flugfunk – Navigation
118-144 MHz Flugfunk
144-146 MHz 2-m Band Amateurfunk
146-174 MHz 2-m Band BOS-Funk, Betriebsfunk, Mobilfunk, Seefunk
174-230 MHz Fernsehbereich III
230-400 MHz Flugfunk (Bündelfunk)
410-425 MHz Mobilfunk (Bündelfunk)
430-440 MHz 70-cm Band Amateurfunk
440-470 MHz 70-cm Betriebsfunk, BOS-Funk, Zugfunk, Mobiltelefon, (C-Netz)
470-790 MHz Fernsehbereich IV und V
864-868 MHz Nahbereichsfunk
858-887 MHz schnurlose Telefone keine zuweisung
930-932 MHz schnurlose Telefone keine zuweisung
890-960 MHz Mobiltelefone (D-Netz)

Es gibt natürlich oberhalb von 1 GHz auch noch Funkdienste, die aber mit einfachen Scannern nicht empfangen werden können. Gute Empfangserfolge auf diesen Frequenzen lassen sich auch nur mit relativ hohem Antennenaufwand realisieren. Erwähnenswert wäre da nur das 23-cm Band Amateurfunk, welches im Bereich von 1.240-1.300 MHz zu finden ist. Noch etwas höher im Bereich von 1,8 GHz werden die Mobiltelefon-E-Netze betrieben.
Beim Scannerkauf sollte daher bedacht werden, für welchen Zweck man das Gerät benötigt und was man damit empfangen möchte. Um die örtlichen BOS-Funkstellen zu empfangen, braucht man keinen Scanner der den Bereich bis 1 GHz abdeckt! Außerdem benötigt man dazu auch keine Betriebsarten wie USB oder LSB.
Diese Modulationsarten findet man im UKW-Bereich fast ausschließlich im Amateurfunk. Auch Amplitudenmodulation (AM) wird auf diesen Frequenzen fast nur noch im Flugfunkbereich eingesetzt.
Der BOS-Funkverkehr wird in schmalbandiger Frequenzmodulation
(FM-N) abgewickelt. Der UKW-Rundfunk verwendet allerdings nicht FM-schmal (FM-N), sondern FM-breit (FM-W). Da der Amateurfunk auf 2 m bzw. 70 cm ebenfalls ein reiner Sprechfunkdienst ist, wird dort in FM-schmal moduliert.
Achtung! Beachten Sie bitte die aktuelle Gesetzeslage, wonach Sendungen, die nicht für die Funkanlage bestimmt sind, nicht empfangen werden dürfen.
Nach – allerdings umstrittener – Rechtsauffassung ist deshalb sowohl das Abhören von BOS-Funk (Polizei, Feuerwehr, etc.) als auch von schnurlosen Telefonen nicht gestattet.


Irrtumer und Änderungen vorbehalten
Detlef Wipperfürth
© 01/2012