"Digitaler BOS-Funk" neuste- Informationen-  2012 / 2013
Stand: 12.01.2012

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12.01.2012 Testphase für digitalen Polizeifunk beginnt: Von analog auf digital - ein langer Weg in Düsseldorf  
12.01.2012 Digital Funk in Oldenburg 
05.01.2012 Feuerwehr Digitalfunk im Landkreis Diepholz 
05.01.2012 Digitalfunk in Mecklenburg-Vorpommern 
22.12.2011 Polizei Salzgitter in Umbau Digital Funk 
22.12.2011 Digitaler Polizeifunk in Thüringen erst Mitte 2013 
24.11.2011 Digitaler Polizeifunk feiert "Bergfest" 
01.09.2011 Stresstest erfolgreich abgeschlossen: Digitalfunk besteht Test
23.06.2011 TETRA-Digitalfunk: "Hörbarmachen" leicht(er) gemacht... 
16.06.2011 LBP-LG: Niedersachsen investiert in den Digitalfunk: Land und Kommunen profitieren von millionenschwerem Rahmenvertrag für digitale Endgeräte mit der Firma Motorola
05.05.2011 BOS-Digitalfunk-Projekt in Bayern gestoppt
24.02.2011 München: Digitaler Polizeifunk vorübergehend abgeschaltet 
01.01.2011 Brandenburg: BOS-Digitalfunk ist veraltet – kommt aber trotzdem 



12.01.2012 Testphase für digitalen Polizeifunk beginnt: Von analog auf digital - ein langer Weg in Düsseldorf 

Im Großraum Düsseldorf und am Niederrhein testen Polizisten seit Montag (09.01.2012) digitale Funkgeräte im täglichen Einsatz. 2014 soll in NRW der Digitalfunk flächendeckend genutzt werden können. Die Einführung hatte sich immer wieder verzögert. Eigentlich sollten Polizisten schon zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 digital funken. "Manchmal läuft es halt anders als erwartet", erklärt Ralf Jäger (SPD) am Montag (09.01.2012) im Polizeipräsidium Düsseldorf. Sieben Jahre später als geplant feiert der Innenminister "einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung des Digitalfunks in NRW".



12.01.2012 Digital Funk in Oldenburg 
Die Polizei des Landkreises Oldenburg funkt jetzt Digital. Der Probebetrieb soll mit der Inbetriebnahme der Großleitstelle am 1.6.2012 offiziell eingestellt werden. 
Für die Feuerwehren ist Digitalfunk noch kein Thema.


05.01.2012 FeuerwehrDigitalfunk im Landkreis Diepholz 
Der Landkreis Diepholz, sowie die 15 Kommunen haben sich 2010 zur Einführung des Digitalfunk entschieden. Auf dieser Plattform stellen wir den Feuerwehren im Landkreis Diepholz Informationen und Dokumente zur Einführung und Umsetzung zur Verfügung.

Den "OPTA-Einführungserlass" des Nds. Innenministeriums mit seinen Anlagen, findet Ihr auf den Internetseiten der NABK unter "Gesetze, Erlasse, Verordnungen".Weitere Informationen zum Digitalfunk im Land Niedersachsen findet Ihr unter www.digitalfunk.niedersachsen.de !

 Downloadobjekte:
1. Dienstanweisung zum Probebetrieb im Landkreis Diepholz (Stand: 11/2011)2. OPTA-Vergabeliste der Feuerwehren im Landkreis Diepholz (Stand: 22.12.2011, FD 32, FEL DH)Hinweis: Diese Liste wird an dieser Stelle ständig aktualisiert. Bitte den jeweiligen Aktualisierungsstand beachten! Eine Druckversion des "Funkplanes" wird nicht mehr ausgegeben!Die angegebenen OPTA-Adressen für die ELW sind beispielhaft mit zwei Adressen vergeben. Sollten mehr Geräte verbaut sein, ist die OPTA-Vergabe forlaufend dieser Beispiele anzumelden.Änderungen in der taktischen Zuordnung von Fahrzeugen oder Funktionen bitte auf dem elektronischen Weg an den KBM oder die FEL Diepholz durch die jeweiligen Stadt- und Gemeindebrandmeister.Ab dem 01.01.2012 ist nach dieser Systematik im Analog- und Digitalfunk zu verfahren.Beispiele zur Sprechweise:  Fahrzeug / FunktionA = Analogfunkverkehr; D = Digitalfunkverkehr(MRT = Fahrzeugfunkgerät; HRT = Handfunkgerät) Sprechweise(Florian Diepholz...)
1. TLF 16/25 Ortsfeuerwehr Brinkum (MRT; A und D) 10-23-1
2. TLF 16/25 Ortsfeuerwehr Brinkum (1. HRT; D) 10-23-1-1
3. TLF 16/25 Ortsfeuerwehr Brinkum (2. HRT; D) 10-23-1-2
4. Gemeindebrandmeister Rehden (A und D) 32-01
5. Ortsbrandmeister Ströhen (A und D) 36-03-1
6. Ortsbrandmeister Nienstedt (A und D) 16-03-10
7. ELW 1 Ortsfeuerwehr Diepholz (auch bei mehreren MRT im Fahrzeug; A und D) 30-11-2


05.01.2012 Digitalfunk in Mecklenburg-Vorpommern 

Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS)

Aufgabe der BDBOS ist der Aufbau, der Betrieb und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit eines digitalen Sprech- und Datenfunksystems für die Polizeien von Bund und Ländern, Feuerwehren und Rettungsdienste, Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und Zollbehörden. >> mehr
Digitalfunk BOS: Startschuss für den Probebetrieb in Mecklenburg-Vorpommern

Der Aufbau des Digitalfunks für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist eines der wichtigsten und komplexesten Infrastrukturprojekte des Bundes und der Länder. Am 29. November 2011 ist ein weiterer bedeutsamer Meilenstein zur Errichtung des Digitalfunks für die BOS erreicht worden.

Gemeinsam mit dem Minister des Innern und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, führte der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Klaus-Dieter Fritsche, am 29. November 2011 feierlich den ersten landesweiten erweiterten Probebetrieb im digitalen Funknetz für Mecklenburg-Vorpommern ein.

Fritsche zeigte sich über die deutlichen Fortschritte beim Aufbau des Digitalfunks erfreut und würdigte die Anstrengungen aller Beteiligten zur Erreichung dieses Zieles. Er machte deutlich, dass der Digitalfunk nunmehr von Boizenburg an der Elbe bis an die Grenze nach Swinemünde am Stettiner Haff den Einsatzkräften des Bundes und der Länder zur Verfügung stehe.

PS: DIGI-FUNK --- jetzt fällt es den Herrschaften ein dass es keine ordentliche Notstromversorgung für den Digitalfunk gibt. FEUERWEHRMAGAZIN 11 / 2011



22.12.2011 Polizei Salzgitter in Umbau Digital Funk 

Polizeiinspektion Salzgitter 

Die Polizei in Salzgitter bekommen neue Digitale Funkgeräte. In der Leitstelle Salzgitter werden neue Digitale Funkgeräte eingebaut
bei ihnen laufen alle Notrufe aus Salzgitter, Peine und Wolfenbüttel auf. Die neue Antennenanlage für den Digital Funk wurde am Montag den 19.12.2011
aufgebaut s. Foto. ( Foto Klick Hier )

Nun bin ich gespannt wie das Digitale- Funknetz arbeitet....
Ich wünsche euch viel Spaß damit.... :)

Eine kleine Zusammenfassung: Negative Berichte über das Digitale Funknetz
( viel Spaß bei lesen )

Bremen
wurde das Digitale wieder abgeschafft zu viel Funklöcher
und Reichweite Probleme.

Hamburg 
Er kostet 53 Millionen Euro und gilt als Vorzeigeprojekt der Hamburger Innenbehörde: Der digitale Polizeifunk. Doch das seit 2004 geplante System, das bis heute erst in einigen Teilen Hamburgs eingeführt wurde, funktioniert nicht so wie gewünscht. Offenbar weist der digitale Polizeifunk sogar gravierende Mängel auf. Die Bedienelemente der Funkgeräte leiden unter einer Art Sonnenbrand. Sobald die Sonne stärker scheint, kommt es vor, dass das Display am Hörer ausfällt. Das bedeutet: Das Funkgerät selbst funktioniert noch, aber die Polizeibeamten können es nicht mehr bedienen. Insbesondere der Notrufknopf, der benutzt wird, wenn es zu kritischen Situationen kommt und Verstärkung benötigt wird, löst in diesem Fall nicht aus.  Ebenso trifft es zu, dass "Phantomrufe" ausgelöst werden. Dabei schalten sich die Geräte von alleine ein und gehen auf Sendung. Die Folge: Sie blockieren die Funkrufgruppe. Die Reichweite
in TMO ist sehr gering das Gerät ist nur noch am Piepen aus der Reichweite deshalb arbeiten wir nur noch in DMO - Betrieb und öfters
wieder auf das 4m Band.

Berlin
die Reichweite in TMO ist eine Katastrophe zerhackte  Sprache bei einen Signal von 3. Im Gebäude kein Funkkontakt
Akku immer leer und das nur bei 2W Ausgangsleitung. Funklöcher ohne ende schlimmer wie auf 4m Band. Wir haben uns
entschieden auf DMO zu gehen da geht es einigermaßen besser. Das macht kein Spaß mehr.... nur noch am Ärgern.... 



22.12.2011 Digitaler Polizeifunk in Thüringen erst Mitte 2013 

Der Aufbau des digitalen Funknetzes für die Thüringer Polizei verzögert sich weiter. Das abhörsichere Netz solle nun Mitte 2013 im ganzen Land in Betrieb gehen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums und bestätigte einen Bericht des MDR Thüringen. Das Netz solle damit zwei Monate später einsatzbereit sein als zuletzt geplant. Doch es ist nicht die erste Verzögerung: Einst sollte der moderne Polizeifunk 2006 zur Verfügung stehen, zuletzt war von Ende 2012 die Rede.

Derzeit würden die Funkstandorte für Erfurt, Jena und Gera in das Netz integriert. Ende des Jahres seien dann 135 der knapp 180 geplanten Basisstationen mit neuer Funktechnik ausgerüstet. Als letzte soll Mitte 2013 die Polizeidirektion Suhl in das bundesweite Digitalfunknetz der Behörden eingebunden werden.

Nach früheren Angaben des Innenministeriums flossen in die Umrüstung des Polizeifunks bis Mitte dieses Jahres mehr als 14,5 Millionen Euro. Ob die Kosten durch die Verzögerung steigen werden, konnte der Sprecher nicht sagen. Auch wann Feuerwehr und Rettungsdienst auf die neue Technik umsteigen, war unklar. Viele erst vor wenigen Monaten gekaufte Feuerwehrfahrzeuge sind mit moderner Analogfunktechnik ausgerüstet.



24.11.2011 Digitaler Polizeifunk feiert "Bergfest" 

#1 von Detlef Wipperfürth , vor 4 Minuten

Auf der Fachmesse PMRexpo zog der Präsident der Bundesanstalt für den digitalen Behördenfunk (BDBOS), Rolf Krost, zur Halbzeit ein erstes Fazit des Netzaufbaus für das TETRA-Behördenfunknetz. Den offiziellen Angaben zufolge sind 2443 von 4400 Basisstationen installiert und 1402 in den Funkbetrieb integriert worden. Auch bei dem vom Bund betriebenen Kernnetz sieht es Krost zufolge gut aus. Von 70 Knotenzentren sind 51 installiert, 10 im Bau und 9 in der Bauendplanung, womit dieses Netz Ende 2012 zur Verfügung stehen soll. Das gesamte Digitalfunknetz wird nach Aussage von Krost Ende 2014 zur Verfügung stehen.

Krost betonte, dass Bund und Länder gut im Plan lägen. Das vom damaligen Bundesinnenminster Wolfgang Schäuble (CDU) zum Start des Digitalfunkprojekts im Jahre 2007 verkündete Ziel, das Funknetz bis zum Jahr 2010 fertig zu stellen, kommentierte Krost nicht. Er verwies stattdessen auf den damaligen Plan, der das Jahr 2012 anpeilte. Dieser Zeitplan der Fachleute sei "politisch unverträglich" gewesen und daher ignoriert worden.

Der BDBOS-Präsident sieht es nicht als Problem, dass derzeit keine Geräte für den Digitalfunk gemäß der Verordnung (PDF-Datei) zertifiziert sind. Bis Ende 2012 werde es eine "Generalausnahme" geben, überdies laufe die Zertifizierung zügig. Von insgesamt 19 Anträgen hätten vier die vorgeschriebene Interoperabilitätsprüfung erreicht. Weitere 15 Systeme (6 Funkgeräte, 9 Leitstellen) sollen 2012 diese Prüfung absolvieren.

Tags zuvor hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) den Start des Probebetriebs in den Großräumen Düsseldorf, Köln-Bonn und Aachen für Anfang 2012 angekündigt. Er soll als Härtetest der gesamten Technik ausgelegt werden. Allerdings kann das zentrale TETRA-Rechenzentrum zur Verbindung der Großräume erst 2013 bezogen werden.

Insgesamt muss NRW 7.000 Polizeifahrzeuge, 11.700 Feuerwehren und 4300 Rettungsambulanzen mit Digitalfunkgeräten ausstatten, dazu eine noch unbekannte Zahl von Fahrzeugen des Katastrophenschutzes. Dabei macht NRW bereits Abstriche am Gesamtsystem. Die ursprüngliche Absicht, eine zentrale Leitstellensoftware für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu installieren, die Sprachfunk, Datenverband und Situationsanalyse gestattet, scheiterte an der Überkomplexität des Systems.



01.09.2011 Stresstest erfolgreich abgeschlossen: Digitalfunk besteht Test 

Digitale Endgeräte von Sepura überzeugen Bayrisches Rotes Kreuz

Beim Sonnenrotfestival im Marktflecken Eching bei Freising wurden zum ersten Mal im Freistaat Bayern neue Digitalfunkgeräte eingesetzt. Die bundesweite Einführung des Digitalfunks läuft derzeit noch schleppend voran. Nur in wenigen Ortschaften und Regionen konnten bislang ausreichend technische Voraussetzungen für den künftigen Funkbetrieb geschaffen werden.
Umso glücklicher sind die Rotkreuzmitglieder jetzt im Landkreis Freising und in der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes. Landesgeschäftsführer Dieter Deinert: „Ich freue mich sehr über den ersten und erfolgreichen, realen Feldversuch in Bayern.“ Auch Martin Bengler, in Eching für die Einsatzleitung zuständig, ist von der neuen Technik angetan: „Die Sprachqualität ist absolut überzeugend. Das Gespräch baut sich schnell auf, das bisher übliche Rauschen entfällt. Problemlos können Gruppen mit vielen Teilnehmern zusammengeschaltet werden“ Besonders überzeugt hat Martin Bengler bei dem lautstarken Festival in Eching, dass mit den neuen Digitalfunkgeräten auch die alles übertönende Musik des Festivals, herausgefiltert wurde.

Im Vorfeld waren die rund 50 Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes, des Rettungsdienstes und die Helfer der Wasserwacht Bayern, die bei dem Festival im Einsatz waren, in die neue Technik eingewiesen worden. „Das ging ganz unkompliziert. Auf der E-Learning Plattform des BRK wurde die Schulung online eingestellt.“, erklärt Matthias Hübner von der Fach- und Führungskräfte Qualifikationsabteilung der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes. „Die Einführung vor Ort ließ sich dann problemlos innerhalb von drei Stunden mit den vorerst geliehenen neuen Digitalfunkgeräten bewältigen“.

In Deutschland ist derzeit das weltweit größte Digitalfunknetz in der Planung, das künftig für 500.000 Teilnehmer ausgelegt ist. Bundespolizei, BKA, Länderpolizeien, Feuerwehr, Rettungsdienste, Zoll, Verfassungsschutzämter sowie das THW sollen statt der unterschiedlichen analogen Funknetze künftig erstmals ein einheitliches Tetra-Netz („Terrestrial Trunked Radio“) nutzen. Dieter Deinert: „Die Einsätze der Sicherheitskräfte lassen sich so wesentlich effizienter steuern“.



23.06.2011 TETRA-Digitalfunk: "Hörbarmachen" leicht(er) gemacht... 

Der Programmierer Harald Welte hat auf der Berliner Hackerkonferenz "ph-neutral" im Mai dieses Jahres eine Software namens "Osmocom TETRA" vorgestellt, mit der es möglich ist, nicht verschlüsselte TETRA-Aussendungen zu rekonstruieren und damit wieder "hörbar" zu machen. Dies berichten die Online-Dienste "heise Security", "golem.de" und "rettungsdienst.de".

Auf TETRA-Basis arbeiten sowohl der neue, im Aufbau begriffene digitalen BOS-Funk als auch viele Betriebsfunk-Systeme von Verkehrsbetrieben, Stadtwerken und Privatfirmen. Während im BOS-Funk-Bereich die TETRA-Aussendungen in der Regel zusätzlich verschlüsselt sind und eine Authentifizierung erforderlich ist, verzichten Betriebsfunk-Anwender aus Kostengründen häufig auf diese Sicherheitsmerkmale. 

Die von Harald Welte vorgestellte Software ist "Open Source" und damit quelloffen und für jedermann zugänglich. Ein "Mithören" von TETRA-Aussendungen in Echtzeit damit zwar nicht möglich; zusammen mit geeigneter Hardware können jedoch einzelne Gespräche aus einem aufgezeichneten TETRA-Datenstrom extrahiert und hörbar gemacht werden. Dem Bericht auf "heise Security" zufolge nutzen bereits Technikfreaks in Berlin dieses Verfahren, um den Funkverkehr von Zugführern der Berliner U-Bahn mit ihrer Leitstelle zu rekonstruieren.

Das in Deutschland geltende "Abhörverbot" besagt, dass mit einer Funkanlage nur solche Nachrichten abgehört werden dürfen, die "für den Betreiber der Funkanlage, Funkamateure (...), die Allgemeinheit oder einen unbestimmten Personenkreis" bestimmt sind. Der Inhalt anderer Nachrichten sowie "die Tatsache ihres Empfangs dürfen (...) anderen nicht mitgeteilt werden" (§ 89 TKG). Zuwiderhandlungen stellen eine Straftat dar und können "mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe" bestraft werden (§ 148 TKG). 

Entscheidungen von Gerichten, bei denen es die Aufzeichnung und nachträgliche "Hörbarmachung" von nicht verschlüsselten TETRA-Aussendungen ging, sind uns nicht bekannt.


16.06.2011 LBP-LG: Niedersachsen investiert in den Digitalfunk: 
Land und Kommunen profitieren von millionenschwerem Rahmenvertrag für digitale Endgeräte mit der Firma Motorola

Lüneburg (ots) - "Mit der Unterzeichnung eines Rahmenvertrages für die Beschaffung von digitalen Funkgeräten für Polizei und Feuerwehr nimmt der Netzaufbau in Niedersachsen immer konkretere Formen an", freute sich Polizeipräsident Dr. Christian Grahl über die Vertragsunterzeichnung zwischen der Firma Motorola und dem Logistikzentrum Niedersachsen. Die Vereinbarung beinhaltet ein Investitionsvolumen von rund 5,4 Millionen Euro, hat eine Laufzeit von vier Jahren und umfasst die verbindliche Auslieferung von 9.700 Funkgeräten inklusive Zubehör zu vereinbarten Festpreisen.

Im Rahmen der Beschaffungsinitiative, die in die zweite Endgeräteausschreibung mündete, hatten erstmalig auch Landkreise, Städte und Gemeinden die Möglichkeit, ihren künftigen Bedarf an modernen Geräten für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) unter wirtschaftlich günstigen Bedingungen zu decken. Dazu teilten diese ihre Beschaffungsdaten den Projektverantwortlichen in der Zentralen Polizeidirektion mit, die die Anforderungen in den vergangenen Monaten bündelten und im Zuge einer europaweiten Ausschreibung veröffentlichten.

Der Vertragsunterzeichnung vorangegangen waren unter anderem umfangreiche Anwendungstests, in denen sich die Produkte der Ausschreibungsteilnehmer insbesondere in punkto Bedienbarkeit den kritischen Augen der späteren Anwender zu stellen hatten. Den Zuschlag erhielt schließlich der namhafte Hersteller Motorola. Die entsprechenden Verträge wurden am 19. April unterzeichnet. Bei der im Jahr 2008 veröffentlichten ersten Endgeräteausschreibung ausschließlich für Bedarfe der Polizei erhielt seinerzeit die Herstellerfirma Sepura den Zuschlag für die Lieferung von über 5.000 Digitalfunkgeräten zu einem Kaufpreis von insgesamt rund 3,7 Millionen Euro.

Vermutlich noch im Laufe dieses Jahres wird es eine dritte Endgeräteausschreibung in Niedersachsen geben, bei der die Fäden wieder in der Zentralen Polizeidirektion zusammenlaufen. Mit interessierten Kommunen gibt es bereits einen intensiven Dialog.

Die Unterzeichnung des Rahmenvertrages geht einher mit der zügig fortschreitenden Fertigstellung des digitalen Funknetzes. Während im Netzabschnitt der Polizeidirektion Lüneburg bereits annähernd flächendeckend digital gefunkt werden kann, steht die Einführung des erweiterten Probebetriebes in der westlich angrenzenden Polizeidirektion Oldenburg unmittelbar bevor. "Wir gehen davon aus, dass rund um Oldenburg bereits im kommenden Monat digital gefunkt werden kann. Damit sind wir voll im Plan", so Behördenleiter Dr. Grahl. Flächendeckend stehe der Digitalfunk nach aktuellen Planungen landesweit bis Ende 2012 zur Verfügung. Dazu bedarf es neben der technischen Infrastruktur mit den Basisstationen und Vermittlungsstellen insbesondere der Versorgung mit digitalen Funkgeräten für den mobilen sowie stationären Gebrauch./wo

Neben der Polizei beteiligten sich folgende Gebietskörperschaften und Einrichtungen an der Ausschreibung:

 - Nds. Akademie für Brand- und Katastrophenschutz mit den 
 Standorten Loy und Celle
 - Landkreis Lüneburg mit der Kreisfeuerwehr Lüneburg, den Städten 
 Lüneburg und Bleckede, den Gemeinden Adendorf, Amt Neuhaus, 
 Amelinghausen, Bardowick, Dahlenburg, Gellersen, Scharnebeck 
 sowie dem DRK-Kreisverband Lüneburg und der DLRG Nordheide
 - Stadt Osnabrück
 - Stadt Cuxhaven
 - Landkreis Verden für die Kreisverwaltung und sämtliche Städte, 
 Gemeinden und Samtgemeinden des Kreisgebietes
 - Landkreis Diepholz für die Kreisverwaltung und sämtliche Städte,
 Gemeinden und Samtgemeinden des Kreisgebietes mit Ausnahme der 
 Samtgemeinde Barnstorf 

Hier die Vorteile des Digitalfunks noch einmal zusammengefasst:

 - Elektronische Filterverfahren und digitale Fehlerkorrekturen 
 sorgen für eine exzellente Sprachqualität.
 - Nebengeräusche entfallen.
 - Gleichzeitig gilt die Kommunikation als abhörsicher, da alle 
 Nachrichten codiert versandt werden und ausschließlich durch 
 zugelassene Endgeräte entschlüsselt werden können.
 - Darüber hinaus kann jedes Gerät individuell bei Verlust oder 
 Diebstahl vorübergehend oder endgültig gesperrt werden.
 - Durch die Möglichkeit, verschiedene Rufgruppen zu schalten, kann
 die Kommunikation zielgerichteter und flexibler erfolgen.
 - Dies ermöglicht auch eine Kontaktaufnahme über die eigene 
 Behörde hinaus zu anderen BOS, zum Beispiel der Feuerwehr.
 - Bei Bedarf können jederzeit zusätzliche temporäre Rufgruppen 
 eingerichtet werden.
 - Auch Einzelgespräche von Funkgerät zu Funkgerät, wie in einem 
 Telefonat, können geführt werden.
 - Sogar reguläre Telefonapparate können von einem digitalen
 Funkgerät angerufen werden.
 - Ähnlich der SMS bei der Nutzung eines Handys bietet auch der 
 Digitalfunk die Möglichkeit, frei formulierte Texte, 
 beispielsweise eine Täterbeschreibung, zu versenden.



05.05.2011 BOS-Digitalfunk-Projekt in Bayern gestoppt 

Die Einführung des neuen digitalen BOS-Funks hat in Bayern offenbar erneut einen Rückschlag erlitten. Wie die "Süddeutsche Zeitung" und der "Donaukurier" berichten, wurde der Digital-Probebetrieb bei der Münchner Polizei Mitte Februar 2011 abgebrochen, weil in der Systemtechnik Fehler der "Priorität 1" aufgetaucht waren. Bei Fehlern dieser Prioritätsstufe würde eine Fortsetzung des Probebetriebs keinen Sinn ergeben; vielmehr sei eine Generalüberholung nötig.

Jetzt streiten sich der Freistaat Bayern, die Berliner "Bundesanstalt für den Digitalfunk" (BDBOS) und der Lieferant der Systemtechnik, die EADS-Tochter Cassadian, wer an dem Desaster die Schuld trägt und die Kosten tragen muss. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bestreitet die Firma Cassadian, dass der Fehler an ihrer Technik liegt; die "Probleme müssten von anderen Komponenten verursacht worden sein". Die BDBOS räumt dem Pressebericht zufolge "zwar Probleme ein, weigert sich aber, detaillierter auf den Sachverhalt einzugehen". Der Freistaat Bayern sieht sich eher als Opfer; er sei Kunde und bestehe "auf einwandfreier Qualität". 

Es liegt der Verdacht nahe, dass die einzelnen Komponenten des Digitalfunks beim Probebetrieb zwar funktionierten, dass es aber im Zusammenspiel dieser Komponenten Probleme gab. Offenbar - so schreibt die "Süddeutsche Zeitung" - "ist versäumt worden, eine Firma mit der Prüfung zu beauftragen, ob die vielen Einzelkomponenten für den Digitalfunk zusammenpassen". Diese Einschätzung wird auch vom bayerischen Innenministerium geteilt; von dort heißt es: "Es ist übersehen worden, das Zusammenspiel zu überprüfen. Damit war keine Firma beauftragt."

Auch im Stadtstaat Hamburg gibt es Probleme bei der Einführung des digitalen BOS-Funks. Nach jahrelanger Verzögerung waren am 18. April 2011 drei Polizeireviere im Süden Hamburgs und die Hamburger Wasserschutzpolizei auf Digitalfunk umgestellt worden. Bereits nach wenigen Tagen musste der Digitalbetrieb wieder eingestellt werden, weil - wie die Ortspresse schreibt - die Funksprüche aus der Einsatzzentrale "nur zerhackt" ankamen. Nach Auffassung der Hamburger Innenbehörde handelt es sich um einen "schnell zu behebenden Fehler in der Zentrale". "Experten einer Wiener Firma" würden an der Fehlerbehebung arbeiten...



24.02.2011 München: Digitaler Polizeifunk vorübergehend abgeschaltet 

Das neue digitale Polizeifunknetz in München ist am 18. Februar 2011 nach nur zweieinhalb Monaten Betriebszeit vorübergehend abgeschaltet worden. 

Einem Bericht der Zeitung "Münchner Merkur" zufolge erfolgte die Abschaltung wegen zahlreicher ungelöster Probleme, die "trotz des Einsatzes von Technikern nicht gelöst werden konnten". Es habe "Schwierigkeiten bei der Sprachqualität" gegeben, die offenbar durch die "besonders sichere Verschlüsselung der Gespräche" verursacht wurde. Bemängelt wurde auch die für den Alltagsbetrieb zu komplizierte Menüführung der Digital-Funkgeräte und die schlechte Erreichbarkeit innerhalb von Gebäuden. 

Die schlechte Funkabdeckung wurde bereits im Vorfelde mehrfach kritisiert. So wies z.B. der Bayerische Rundfunk in der Sendung "Report München" im November vergangenen Jahres darauf hin, dass der digitale Polizeifunk im gesamten Tunnelnetz der Münchner U-Bahn nicht funktioniert, weil dort keine entsprechenden Antennen installiert sind. Eine Nachrüstung würde ca. 20 Millionen Euro kosten und die Münchner Verkehrbetriebe wüssten nicht, woher sie das Geld nehmen sollen...

Das jetzt abgeschaltete Münchner digitale Polizeifunknetz befand sich noch im Probebetrieb, der ursprünglich sechs Monate dauern sollte. Anschließend sollte das Netz vom Hersteller abgenommen werden. Ein Sprecher der Polizei versicherte, dass die Abschaltung "kein Scheitern" bedeute. Es handele sich um "Fehler, die im Rahmen eines Probebetriebes auftreten können und zügig behoben werden". Wann das Netz wieder in Betrieb gehen wird, ist bisher ungeklärt.



01.01.2011 Brandenburg: BOS-Digitalfunk ist veraltet – kommt aber trotzdem 

Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat eingeräumt, dass der "Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS-Digitalfunk) nicht mehr dem neuesten Stand entspricht. In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage (PDF-Datei) der Grünen-Abgeordneten Ursula Nonnemacher, aus der dpa zitiert, hält Woidke aber fest, dass man sich "an den Anforderungen für Einrichtungen von Bund und Länder mit Sicherheitsaufgaben, eine hochverfügbare und auch gesicherte Sprachkommunikation zu ermöglichen", orientiere.

Nonnemacher hatte auf mögliche Funklöcher sowie Pannen in anderen Ländern hingewiesen. So wurde etwa Anfang Dezember publik, dass in Bayern der BOS-Digitalfunk weder in der Münchner U- und S-Bahn noch in anderen sicherheitskritischen Bereichen wie der Allianz-Arena oder auf dem Messegelände funktioniert. Auch seien Rettungsdienste und die Feuerwehr "nicht einmal mit den entsprechenden Geräten ausgestattet", hieß es damals in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Grund für die Unterversorgung sei vor allem fehlendes Geld.

In Brandenburg sind nach Angaben des Innenministeriums inzwischen 50 der rund 170 Basisstationen errichtet worden. Der Digitalfunkbetrieb für die Landespolizei soll 2012 beginnen. Feuerwehren und Rettungsdienste könnten ein Jahr später folgen. Das Land hat bis 2021 Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro eingeplant. Der Bund zahlt weitere 80 Millionen Euro. Die Betriebskosten belaufen sich auf fünf Millionen Euro im Jahr.



TETRA (Terrestrial Trunked Radio)

Allgemeines
Leistungsmerkmale
Technik
Trunked Mode Operation (TMO)
Direct Mode Operation (DMO)
Datenübertragung
Adressierung
Netzarchitektur
Dynamische Gruppenbildung
Alarmierung
Sicherheit
Migration

Allgemeines
TETRA steht für Terrestrial Trunked Radio. Die ursprüngliche Bezeichnung lautete Trans-European Trunked Radio, da Tetra ein Standard des europäischen Telekommunikations-Standardisierungs-Instituts ETSI ist. Der erste Entwurf des Standards wurde 1995 publiziert. Da sich Tetra erfolgreich am Weltmarkt etabliert hat, wurde die Bezeichnung geändert, um auch außerhalb Europas das System erfolgreich vermarkten zu können. Teilweise taucht auch die Bezeichnung TETRA 25 auf, die auf das 25-kHz-Kanalraster hinweist.
Neben den deutschen BOS als zukünftige Nutzer ist Tetra bereits bei zahlreichen Industriebetrieben und Nahverkehrsunternehmen im In- und Ausland als Betriebsfunksystem im Einsatz. Auch die Bundeswehr zählt zu den Tetra-Nutzern.
Da Tetra ein offener Standard ist, können Endgeräte und Netztechnik von verschiedenen Anbietern ausgewählt werden (Multivendor). Hier sind z.B. Motorola, R&S Bick, Nokia, T-Systems, Thales, Sepura, Frequentis sowie diverse andere Anbieter zu nennen. Selbst EADS, ursprünglich Konkurrent mit dem firmeneigenen Tetrapol-Standard, zählt mittlerweile zu den Tetra-Anbietern.
 
 

Leistungsmerkmale
Tetra bietet folgende Leistungsmerkmale, die teilweise über die Funktionalitäten von GSM hinausgehen:
- Einzelruf (Direct Call)
- Gruppenkommunikation
- Kommunikation ohne Netz (Direct Mode, DMO)
- Notruf
- verschiedene Prioritäten
- Rückruf
- Kurzwahl
- Datenübertragung, auch mit Kanalbündelung
- Rufumleitung
- eindeutige Identifikation der Teilnehmer
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für vertrauliche/geheime Inhalte
- Sperren von gestohlenen/verlorenen Funkgeräten
 
 

Technik
Tetra nutzt die Zeitmulitplextechnik TDMA um pro Trägerkanal vier Gesprächskanäle (Zeitschlitze, slots) unterzubringen. Der Kanalabstand zwischen den Trägerfrequenzen beträgt 25 kHz. Gegenüber GSM besitzt Tetra damit eine wesentlich höhere Frequenzökonomie, da der Kanalabstand bei GSM 200 kHz beträgt. Neben dem Zeitmultiplex (TDMA) findet auch Frequenzmultiplex (FDMA) statt, indem jedem HF-Kanal eine Uplink- und eine Downlink-Frequenz zugewiesen wird. Das Modulationsverfahren ist Differential Quarternary Phase Shift Keying (Pi/4-DQPSK), eine Variante des Phase Shift Keying (PSK). Die wesentlichen technischen Kennwerte sind in folgender Tabelle zusammengefasst:


Parameter Kennwert
Zugriffsverfahren TDMA (4 Zeitschlitze pro Träger)
Modulation Pi/4 DQPSK
Kanalraster 25 kHz
Duplexabstand 10 MHz
Rufaufbauzeit < 300 ms
Leistungsklassen 1, 3, 10 und 30 W
Sprachcodec 7,2 kbit/s (ACELP)
Bitraten ungeschützt: 7,2 / 14,4 / 21,6 / 28,8 kbit/s
geschützt: 4,8 / 9,6 / 14,4 / 19,2 kbit/s
hoch geschützt: 2,4 / 4,8 / 7,2 / 9,6 kbit/s
Frequenzen (BOS) 380...385 MHz
390...395 MHz
Frequenzen (zivil)
 
 

 

385...390 MHz
395...400 MHz
410...430 MHz
440...470 MHz
870...876 MHz
915...921 MHz


 
Die Brutto-Datenübertragungsrate beträgt stets 36 kbit/s pro Trägerfrequenz, damit ergeben sich pro Kanal/Zeitschlitz 9 kbit/s (brutto). Neben den Nutzdaten werden jedoch auch zusätzliche Steuerinformationen übertragen, so dass sich pro Zeitschlitz eine Netto-Datenübertragungsrate von 7,2 kbit/s ergibt. Die Sprachsignalübertragung erfolgt über einem speziellen Codec. Dieser komprimiert die Sprachinformation in Datenpakete von 60 ms. Die komprimierten Pakete werden dann in einem Zeitschlitz von 15 ms übertragen.
Für den Duplex-Betrieb (Gegensprechen) werden die Sprachinformationen zeitlich so komprimiert, dass eine kontinuierliche Zweiwegekommunikation über zwei versetzte Zeitschlitze auf der gleichen Frequenz möglich ist. Parallel dazu kommt natürlich auch der im TMO übliche Frequenzmultiplex zum Tragen, ein Tetra-Endgerät sendet auf der tieferen Frequenz (Uplink) und empfängt auf der höheren Frequenz (Downlink) des Kanalpaares. Die Notwendigkeit für einen Duplexer wird beim Endgerät dennoch vermieden, eben durch den gerade erwähnten zeitlich Versatz der Zeitschlitze für Sende- und Empfangsbetrieb.

Trunked Mode Operation (TMO)
Der Trunked Mode stellt Funkverbindungen zwischen zwei oder mehr Teilnehmern unter Nutzung der Netzinfrastruktur her. Dies ist die Standardbetriebsart eines Bündelfunknetzes und auch bei GSM. Im analogen BOS-Funk ist dies mit der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Leitstelle über ein Gleichwellenfunknetz vergleichbar. Grundlage für TMO ist das Air Interface (AI) als Systemfunkschnittstelle. Das standardisierte AI ist Grundlage für für die Kommunikation der Endgeräte mit der festen Netzinfrastruktur.
Bei TMO werden zwei Betriebsarten unterschieden:

- Direct Call (Einzelruf/Zielruf (Duplex)); gezielter Gesprächsaufbau zu einem Teilnehmer. Mit dieser Variante ist auch Telefonie möglich. Wegen des großen Ressourcenbedarfs dürfte der Einzelruf aber eher selten angewendet werden, bzw. die Anzahl der Teilnehmer, bei denen diese Funktion freigeschaltet ist, dürfte eher gering sein.

-Group Call (Gruppenruf (Halb-Duplex)), Ansprechen eines bestimmten Teilnehmerkreises, der z.B. organisatorisch einem Einsatz zugeordnet ist.

Direct Mode Operation (DMO)
Steht keine Netzinfrastruktur zur Verfügung, ist auch zwischen zwei oder mehreren Funkgeräten eine Kommunikation möglich. Dieses Verfahren wird als Direct Mode bezeichnet. Im analogen BOS-Funk ist dies mit dem Einsatzstellenfunk über 2m-Handsprechfunkgeräte vergleichbar. Das Air Interface Direct Mode Operation ist als Funkschnittstelle Grundlage für die direkte Kommunikation zwischen Endgeräten ohne Zugriff auf das Netz. Um den Funkverkehr über DMO zu organisieren, übernimmt das erste Funkgerät, bei dem die Sprechtaste gedrückt wird, die Steuerung; es wird daher als Master bezeichnet. Alle nachfolgenden Geräte tragen dann die Bezeichnung Slave.
Das Master-Funkgerät darf jedoch keine Frequenzen nutzen, die vom Funknetz verwendet werden, daher ist hier die Zuweisung gesonderter DMO-Frequenzen erforderlich, die vorab in den Funkgeräten eingestellt werden müssen.
Bei DMO werden verschiedene Betriebsarten unterschieden:

- Direct Call (Einzelruf/Zielruf), siehe unter TMO


 
 

- Group Call (Gruppenruf), wie bei TMO

- Dual Watch; mit bestimmten Funkgeräten ist gleichzeitig die Verbindung zum Funknetz (TMO) und die Kommunikation mit anderen Teilnehmern über DMO möglich. Damit kann z.B. ein Einsatzleiter über TMO mit der Leitstelle in Kontakt bleiben und gleichzeitig - netzunabhängig - den Funkverkehr an der Einsatzstelle abwickeln (DMO). Dual Watch ist nur möglich, wenn das Funkgerät über eine Antennenweiche verfügt, die gleichzeitigen Funkverkehr in zwei verschiedenen Frequenzbereichen ermöglicht.

- Managed Direct Mode; netzunterstützte DMO-Kanalvergabe. Vergleichbar mit der Freigabe zusätzlicher 2m-Kanäle auf Anfrage bei der Leitstelle.

- Direct Mode Repeater; der Repeater fungiert als Zwischenverstärker zur Erhöhung der Reichweite; vergleichbar mit der analogen Relaisstellenschaltung RS 1. Unterschieden werden Repeatertypen 1A und 1B. Typ 1A nutzt einen DMO-Kanal mit zwei Zeitschlitzen (Master-Slot und Slave-Slot) für Up- und Downlink. Die Variante 1B benötigt zwei DMO-Kanäle, jeweils einen für die Verbindung zwischen Master und Repeater sowie zwischen Repeater und Slave.

- Gateway; über ein Gateway-Funkgerät ist z.B. eine Kommunikation mit der Leitstelle von einem Punkt aus möglich, von dem es keine TMO-Verbindung gibt. Vom Gebäudeinneren (keine TMO-Verbindung) ist Kontakt zum Fahrzeug (DMO) mit Gateway-Funkgerät möglich, welches den Kontakt zur Leitstelle über TMO herstellt. In der analogen Technik ist dies mit einer Überleiteinrichtung (ÜLE) vergleichbar.

- Direct Mode Repeater/Gateway; Funktionen Repeater und Gateway in einem Funkgerät vereint.

- Managed Direct Mode Repeater/Gateway; wie vor, DMO-Kanalvergabe durch das Netz
 
 

Datenübertragung
Für die Datenübertragung ist die Bündelung von bis zu vier Zeitschlitzen (Multislot Packet Data) möglich; dies ermöglicht Datenraten bis zu 28,8 kbit/s. Für die Datenübertragung gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, die z.T. auch schon serienreif sind:

- Short Data Service (SDS); Übertragung von Statusmeldungen ("FMS") und Kurznachrichten (vergleichbar mit SMS bei GSM)
- EKG-Telemetrie
- Zugriff auf Gefahrgut-Datenbanken
- Atemschutzüberwachung (in Verbindung mit einer entsprechenden Schnittstelle am Pressluftatmer)
- Abfrage Verkehrszentralregister
- Übermittlung von Fingerabdrücken oder Fahndungsbildern
- Online-Barcodeerfassung (für BOS weniger relevant)

Da der Tetra-Standard in den 90er Jahren definiert wurde, sind die erreichbaren Datenraten im Vergleich zu anderen mobilen Anwendungen (GPRS, EDGE, UMTS und WLAN) bereits überholt.
 
 

Adressierung
Jedes Tetra-Endgerät besitzt eine oder mehrere TSI (Tetra Subscriber Identitiy; vergleichbar mit der IMSI bei GSM). Die TSI besteht aus einem 48-bit-Code, wobei jedem Endgerät eine einmalige TSI zugewiesen ist, die es im Netz unverwechselbar macht. Unterschieden werden weiterhin ITSI (Individual Tetra Subscriber Identity) und GTSI (Group Tetra Subscriber Identity), welche dem Tetra-Funkgerät eine Gruppen- und Individualrufmöglichkeit zuordnen. Die TSI ist - ebenfalls analog zur IMSI - in drei Bereiche eingeteilt; Mobile Country Code (MCC), Mobile Network Code (MNC) und Short Subscriber Identity (SSI).

Der MCC besteht aus 10 Bit und dient zur Identifikation des Herkunftslandes. Der MNC besteht aus 14 Bit und kennzeichnet die Netze innerhalb eines Landes. Die SSI kennzeichnet Teilnehmer und Systembestandteile innerhalb eines Netzes; sie besteht aus 24 Bit und wird in weiter unterteilt: Die Individual Short Subscriber Identity (ISSI) kennzeichnet die Gesprächsgruppe innerhalb eines Funknetzes (dynamische Gruppenbildung). Die Alias Short Subscriber Identity (ASSI) wird für die Adressierung fremder Teilnehmer verwendet. Ebenfalls in die SSI integriert sind die Tetra-Systemadressen.
 
 

Netzarchitektur

Innerhalb des Tetra-Netzes finden sich ähnliche Komponenten wie im GSM-System, wobei allerdings die Schnittstellen innerhalb der festen Netzinfrastruktur (Switching and Management Infrastructure, SwMI) zwischen Basisstationen (Tetra Base Stations, TBS), Vermittlungseinrichtungen und Netzmanagementsystem nicht offen standardisiert sind.
Die Tetra-Endgeräte (Handheld Radio Terminals, HRT bzw. Mobile Radio Terminals, MRT) sind über die Luftschnittstelle mit der zuständigen TBS verbunden. Mehrere TBS werden duch ein Local Switching Center (LSC) verwaltet. Zur Verwaltung der eingebuchten Nutzer unterhält jedes LSC eine entsprechende Datenbank, das Location Register (LR). Mehrere LSC sind an ein Digital Exchange for Tetra (DXT) angebunden, welches ebenfalls auf Datenbanken zugreift: die Individual Home Database (IHD), ein Verzeichnis aller im Netz zugelassenen Geräte sowie eine Kopie des LR. Des Weiteren stellt das DXT über die Switching and Management Infrastructure (SwMI) die Verbindung zu anderen Tetra-Netzen oder über entsprechende Gateways zum Telefonnetz oder Internet/Intranet her. Die Dispatcher Stations (DST) - im rein technischen Sinn die Netzleitstelle - sind die Einsatzleitstellen der BOS, wobei auch mehrere Organisationen/Dienste eigene Leitstellen in einem Tetra-Netz unterhalten können (z.B. Polizei und Feuerwehr/Rettungsdienst), ohne mit anderen Benutzern in Konkurrenz zu geraten.
 
 

Dynamische Gruppenbildung
Wesentliches Merkmal von Tetra ist die Bildung von Funkgruppen, die einsatzbezogen miteinander kommunizieren können. Dadurch können parallel mehrere Einsätze laufen, deren Kommunikation unabhängig voneinander stattfindet. Auch Funkgespräche unterschiedlicher Nutzer (z.B. Polizei, Feuerwehr) beeinflussen sich dadurch nicht. Bisher war dies lediglich durch unterschiedliche Betriebskanäle realisiert.
Die Gruppenbildung erfolgt durch die Leitstelle. Alle Fahrzeuge/Einheiten, die an einer Einsatzstelle tätig sind, werden einer Gruppe zugewiesen. Für jede weitere Einsatztelle wird eine weitere "Funk-Gruppe" gebildet. Die Bezeichnung "dynamisch" soll verdeutlich, dass die Gruppen nicht fest zusammengesetzt sind, sondern je nach Einsatzlage zusammengestellt werden. Fahrzeuge ohne Einsatzzuweisung verbleiben auf einem allgemeinen Kanal.
 
 

Alarmierung
Achtung: Tetra-Alarmierung bitte nicht mit Digitaler Alarmierung verwechseln; letztere findet auf den analogen 2m-Kanälen statt und ermöglicht die Übertragung von Textnachrichten zu Digitalen Meldeempfängern (DME).
Dies hat jedoch nichts mit Tetra zu tun!
Auf der CeBIT 2006 wurde von Oelmann Elektronik erstmals ein Tetra-Meldeempfänger vorgestellt. Dieser Meldeempfängertyp TME 260 unterstützt passives und aktives Paging, d.h. über den aktiven Modus ist eine Rückmeldung möglich, ob die Einsatzkraft tatsächlich zur Verfügung steht. Somit kann die Leitstelle ggf. unverzüglich weitere Kräfte alarmieren. Das passive Paging (kein Sendebetrieb) ist mit den herkömmlichen analogen und digitalen Meldeempfängern vergleichbar. Der genannte Tetra-Meldeempfänger besitzt ein Display zur Darstellung von Textnachrichten und kann bis zu 256 Alarmadressen ("Schleifen") verwalten. Die Bezeichnung Meldeempfänger hinkt etwas, da es sich im Prinzip um ein vollwertiges Funkgerät mit Sende- und Empfangsteil handelt.
 
 

Sicherheit
Die mangelnde Abhörsicherheit des analogen BOS-Funknetzes war und ist eines der wesentlichen Argumente für die Einführung der Digitalfunktechnik. In letzter Zeit mehren sich jedoch Stimmen, die die Abhörischerheit von Tetra in Frage stellen. So soll mit Hilfe eines Funkscanners und eines leistungsstarken PC's das Decodieren nicht verschlüsselter Tetra-Funkgespräche möglich sein.
Sehr großen Schutz vor Abhören bietet hier nur die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, welche bei der Übermittlung besonders vertraulicher oder geheimer Informationen zum Einsatz kommt (BKA, BND). Hierzu sind aber spezielle Endgeräte erforderlich, bei denen die Verschlüsselungshard- und Software implementiert ist.
Durch die TSI ist eine eindeutige Identifikation jedes Endgerätes möglich. Bei Mobiltelefonen ist hingegen die Identifikation durch die IMSI auf der SIM-Karte abgelegt, so dass ein gestohlenes Mobiltelefon prinzipiell mit einer anderen SIM-Karte genutzt werden kann, vorausgesetzt es ist kein SIM-Lock aktiviert. Ein Ändern oder Löschen der TSI des Tetra-Funkgeräts ist nicht möglich, da diese fest im Gerät gespeichert ist. Gestohlene oder abhanden gekommene Geräte sind daher für unbefugte Benutzer wertlos. Mit einer ungültigen oder gesperrten TSI ist kein Zugriff auf das Tetra-Netz möglich; damit ist auch das Beeinträchtigen des Funkverkehrs durch Absetzen falscher Meldungen o.ä. nicht möglich.
 
 

Migration
Die Übergangsphase von der analogen zur digitalen Technik wird als Migration bezeichnet. Mit Installation der digitalen Funktechnik bei den Leitstellen kann für "analoge" Fahrzeuge eine eigene Gruppe zugewiesen werden (dynamische Gruppenbildung; Gruppe "4m").

Für den Zeitraum des Parallelbetriebs haben verschiedene Firmen bereits Lösungen entwickelt, damit ein reibungsloser Übergang möglich ist. So bietet z.B. die Firmen Carls und Radiodata Kombinationsbedienteile für analoge Funkgeräte (z.B. FuG 8b) und Tetra-Geräte an. Ebenfalls im Portfolio befindet sich ein Tetra-FMS-Switch, welcher der Leitstelle die herkömmlichen FMS-Meldungen in die Tetra-Technik umsetzt. Die Fa. Antennentechnik Bad Blankenburg bietet kombinierte Fahrzeugantennen für Tetra und Analogfunk (2m oder 4m) an.

Die TETRA Geschichte für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben BOS

TETRA (terrestrial trunked radio, ursprünglich trans european trunked radio) ist ein Standard für digitalen Bündelfunk. Er eignet sich wegen seiner besonderen Leistungsmerkmale besonders für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Das volldigitale System TETRA zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Mobilfunkstandards wie zum Beispiel GSM durch hohe Übertragungsqualität und bessere Frequenzökonomie aus. Neben der Übertragung von Sprache und Daten können mit der Spezialfunktion "Packet Data Optimized" große Datenmengen paketorientiert übertragen und damit die Kapazität des Funkkanals optimal genutzt werden.
 

Inhaltsverzeichnis
01 Geschichte
02 Situation in Deutschland
03 Technik
04 Datenübertragung
05 Aufbau des TETRA Funknetzes
06 Adressierung der Endgeräte
07 Sicherheit
08 Direkte Kommunikation
09 Benutzte Frequenzen in Europa
10 Weitere Frequenzbänder
11 Standard

01 Geschichte  TETRA wird in mehreren europäischen Ländern genutzt und sollte auch in Deutschland ab 2010 den BOS-Funk ablösen, was aus Kostengründen zu scheitern droht. Andere europäische Länder wie Frankreich haben sich allerdings für das Konkurrenzsystem Tetrapol entschieden, das zum hier beschriebenen TETRA25 Standard inkompatibel ist und somit eine Insellösung darstellt.

TETRA befindet sich in der Stadt und im Landkreis Aachen bereits im Wirkbetrieb, nachdem dieses System einen grenzüberschreitenden Probebetrieb durchlaufen hatte. Nokia betreut ein Netz in Belgien, und Motorola betreut wiederum das Netz in den Niederlanden in diesem grenzübergreifenden Projekt. Lieferant dieses Systems in Aachen ist die Firma Motorola. In der Stadt Hannover ist ein weiteres Tetra System im Pilot-Testbetrieb für die Polizei unter der Schirmherrschaft der Firma Rohde & Schwarz BICK Mobilfunk.


02 Situation in Deutschland  Die Einführung von TETRA verzögert sich vor allem aufgrund der Kostenfrage (jedes BOS-Funkgerät müsste ersetzt werden) und dem Einspruch der Kommunen. Deutschland ist derzeit (Stand: Dezember 2006) neben Albanien das einzige europäische Land, in dem TETRA noch nicht eingeführt wurde. Ursprünglich sollte bis WM 2006 ein Rumpfnetz in Betrieb gehen, welches durch die DB Telematik betrieben wird.

Aufbau und Betrieb

Der damalige Innenminister Otto Schily hatte nach jahrelangen Streit über die Kosten im März 2005 den Auftrag für den Aufbau und Betrieb des Rumpfnetzes ohne Ausschreibung an die Bahn-Tochter DB Telematik übergeben, um bis zur WM 2006 ein Rumpfnetz in Betrieb zu haben. Am 13. Dezember 2006 wurden die Verhandlungen von Bund und Ländern mit der Bahntochter DB Telematik für den Aufbau und Betrieb des Rumpfnetzes für 15 Jahre für gescheitert erklärt und der DB-Telematik der Auftrag entzogen worden. Grund hierfür war, dass die Kostenschätzung von der Bahn von ursprünglich 4,5 Milliarden Euro auf zuletzt 5,1 Milliarden Euro erhöht wurde. Dies wurde vor allem von den Bundesländern scharf kritisiert, da dies preislich nicht mehr tragbar sei.

An dem Ziel das TETRA-Netz bis 2010 aufzubauen wird weiter festgehalten. Derzeit wird nach Alternativlösungen gesucht. Eine Neuausschreibung soll aus Zeitgründen, wenn möglich vermieden werden. Als Alternative könnten möglicherweise der Systemlieferant EADS und die Telekom als Netzbetreiber zum Zuge kommen. Bis zum 31. März 2007 soll hierzu eine Entscheidung getroffen werden.

Auswahl der Systemtechnik

Am 28. August 2006 wurde die Firma EADS Secure Networks durch das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums mit der Errichtung eines bundesweiten Rumpfnetzes beauftragt. EADS, ursprünglich Anbieter von Tetrapol, hatte im Sommer 2005 die Nokia-Tochter Professional Mobile Radio (PMR) übernommen, um auch die TETRA-Technik anbieten zu können.

Im Bieterverfahren um den digitalen Behördenfunk hatten sich neben dem Konsortium von EADS Networks und Siemens gegen das Konsortium von Motorala und T-Systems und R&S Bick, sowie Vodafone mit BOS-GSM durchgesetzt. EADS war als einziger Anbieter bei Ausschreibung in die zweite Runde weitergekommen. Alle anderen waren bei dem Verfahren zuvor in der ersten Runde ausgeschieden.

Aufteilung der Kosten

Aufgrund der Struktur der BOS in Deutschland stellt sich die Kostenübernahme momentan so dar, dass Bund und Länder die Umrüstung von Katastrophenschutzbehörden, Landespolizeien, Bundespolizei und THW übernehmen, die Kommunen allerdings nach Städtetags-Sprecher Jens Metzger die Kosten für die Umrüstung von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Ordnungsamt übernehmen müssten. Deshalb forderte der Städtetag in einem Beschluss vom November 2001 "Bund und Länder müssen als Verursacher des Milliardenprojekts" auch dessen Finanzierung übernehmen.

Einsatz im privatwirtschaftlichen Bereich

TETRA ist im zivilen bzw. privatwirtschaftlichen Bereich bereits im Einsatz. Gerade Industrie-und Verkehrsbetriebe haben den digitalen Bündelfunk als universelles innerbetriebliches Kommunikationsmedium für sich entdeckt, der die Funktionen eines Funkgerätes und Telefons vorzüglich in sich vereinigt. In Deutschland sind vor allem Betriebe der Autoindustrie, Flughäfen sowie größere städtische Verkehrsbetriebe als Nutzer bekannt, doch betreiben auch schon Behörden des Bundes und der Länder erste eigene TETRA-Systeme. Die Kölner Ordnungsbehörde nahm bereits im Jahre 2005 den Digitalfunk in Betrieb. Dabei handelt es sich um Netze im Umfang von einer bis zu einigen dutzend Funkzellen. Die räumliche Ausdehnung kann sich auf ein Gebäude oder Gelände beschränken, erreicht teilweise aber auch ganze Ballungsräume nebst deren Umland. Außerdem sind erste Systeme bekannt, die von einer Funkfachfirma betrieben werden, die dann interessierten Anwendern den digitalen Bündelfunk als Telekommunikationsdienstleistung verkauft.
 

03 Technik



TETRA ist als Zeitmultiplex-System mit vier unabhängigen Kommunikationskanälen pro Träger definiert. Der Abstand zwischen den einzelnen Trägern beträgt 25 kHz. Gegenüber analogem Bündelfunk bedeutet das eine bessere Frequenznutzung. TETRA-Systeme bieten gegenüber GSM-Netzen, die bei 200 kHz Kanalabstand acht Kommunikationskanäle bereitstellen, die vierfache Frequenznutzung.
Dennoch findet auch ein Frequenzmultiplex statt, durch die Paarung jedes HF-Kanals in eine uplink-und eine downlink-Frequenz. Nur so wird die hohe Kanalkapazität erreicht.

Frequenzökonomie wird nicht nur durch die Bruttodatenrate (Fehlerkorrektur nicht berücksichtigt) des Übertragungskanals bestimmt, sondern auch durch Faktoren wie den Frequenzwiederholabstand (Abstand zwischen zwei Basisstationen, die dieselbe Frequenz verwenden), den Gleichkanalstörabstand (Pegelunterschied zwischen zwei Signalen mit derselben Frequenz von zwei verschiedenen Basisstationen, bei dem störungsfreier Betrieb möglich ist) und der nutzbaren Nettodatenrate. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren hat eine Untersuchung der CEPT dieselbe Kapazität und Frequenzökonomie für GSM und TETRA ergeben. Das Ergebnis verwundert nicht, da beide Systeme nahe am theoretischen Limit arbeiten, das durch die Energie pro Bit und dem Störpegel bestimmt wird.

Die Übertragungsrate bei TETRA beträgt immer 36 kBit/s pro Funkkanal. Neben den zu übertragenden Daten werden zusätzliche Steuersignale sowie Codes zur Sicherung der Funkstrecke übertragen. Die Nutzbitrate pro Kommunikationskanal beträgt 7,2 kBit/s. Sprache wird in einem speziellen TETRA-CODEC umgesetzt. Der TETRA-CODEC komprimiert die Sprache in Paketen von ca. 60ms. Das komprimierte Paket wird dann in einem Zeitschlitz von ca. 15ms übertragen. Dadurch können auf einem Funkkanal 4 Kommunikationskanäle übertragen werden (Time Division).

Für Gegensprechen (Duplex-Betrieb) wird bei TETRA das Time Division Duplex Verfahren eingesetzt. Dabei wird die Sprache zeitlich so komprimiert, dass eine kontinuierliche Zweiwegkommunikation über zwei versetzte Zeitschlitze auf der selben Frequenz möglich ist. Parallel dazu kommt natürlich auch der im trunking mode TMO übliche Frequenzmultiplex zum Tragen; ein TETRA-Endgerät sendet i. d. R. auf der tieferen Frequenz und empfängt auf der höheren Frequenz des Kanalpaares. Die Notwendigkeit für einen Duplexer wird beim Endgerät dennoch vermieden, eben durch den gerade erwähnten zeitlichen Versatz der Zeitschlitze für Senden und Empfangen.

Obwohl TETRA ein offener Standard ist, so gilt es dennoch derzeit als noch nicht mit handelsüblicher Technik abhörbar. Jedoch sind heutzutage sowohl DSPs wie normale PCs hinreichend leistungsstark, daß der Empfang unverschlüsselter TETRA-Aussendungen mit relativ wenig Aufwand zu ermöglichen sein sollte. Die Zeit wird es zeigen, ob und wann ein erschwingliches Empfangssystem verfügbar sein wird.
 

04 Datenübertragung



Zur Datenübertragung im TETRA-Netz können ein bis vier Zeitschlitze zusammengefasst (multislot packet data) werden. Damit ist Datenübertragung bis zu 28,8 kBit/s möglich. Dieses ermöglicht den direkten Zugriff auf Anwendungen wie das Verkehrszentralregister u.ä.. Leider sind die damit erreichten Bandbreiten heutzutage nicht mehr zeitgemäß; der bei Definition des Standards in den 90er Jahren vollmundig gepriesene schnelle Zugriff auf Bild-und Videodaten per TETRA hat sich durch die Entwicklung anderer mobiler Datenübertragungsverfahren wie GSM, EDGE, UMTS und WLAN und der mit diesen erreichten Übertragungsraten stark relativiert.
 

05 Aufbau des TETRA Funknetzes



Das TETRA Funknetz ist wabenförmig aufgebaut und besteht nur aus einem Netz. Die Organisationen betreiben zusammen ein Funknetz, das in Deutschland nicht mehr von den Landkreisen geplant wird. Hierdurch überschneiden sich die Netze nicht mehr und sind strukturiert gegliedert. Da von allen Organisationen zusammen ein Funknetz betrieben wird, werden weniger Relaisstationen benötigt und die Wartungskosten gesenkt.

06 Adressierung der Endgeräte



Aufbau der TETRA Subscriber IdentityJedes TETRA Endgerät besitz eine TSI (TETRA Subscriber Identity). Diese besteht aus einem 48 Bit Code. Jedes Gerät hat eine einmalige TSI ähnlich wie eine MAC Adresse bei einer Netzwerkkarte. Die TSI ist in 3 Bereiche eingeteilt. MCC (Mobile Country Code), MNC (Mobile Network Code) und SSI (Short Subscriber Identity). Mit den 48 Bit (Binärstellen) könnten theoretisch über 281 Billionen Funkgeräte adressiert werden. Jeder Mensch auf der Welt könnte dann in etwa 45.000 Funkgeräte besitzen.

Der Mobile Country Code besteht aus 10 Bit und kennzeichnet die Länder der Welt. Der Mobile Network Code besteht aus 14 Bit und kennzeichnet Netze innerhalb eines Landes. Die Short Subscriber Identity besteht aus 24 Bit und kennzeichnet Teilnehmer und Systembestandteile innerhalb eines Netzes.

Es existieren dabei vier verschiedene Typen von SSIs:

Die ISSI (Individual Short Subscriber Identity) kennzeichnet ein Endgerät innerhalb eines Funknetzes eindeutig. (z.B. Tetra Meldeemfänger (TME)
Die GSSI (Group Short Subscriber Identity) kennzeichnet eine Gesprächsgruppe innerhalb eines Funknetzes.
Die ASSI (Alias Short Subscrier Identity) wird für die Adressierung fremder Netzteilnehmer verwendet
Die vierte Gruppe stellen die TETRA Systemadressen dar

07 Sicherheit



Durch die TSI ist es möglich, jedes Endgerät zu identifizieren. Um sich in das TETRA Netz einzuloggen, muss die TSI in diesem Netz gültig sein. Ist sie das nicht, hat der Teilnehmer keinen Zugriff auf das TETRA-Netz. Dieses ist vergleichbar mit einer MAC-Adressen-Sperre an einem Router. So ist es nicht möglich, das TETRA-Netz abzuhören.[1]
 

08 Direkte Kommunikation



TETRA verfügt zusätzlich zum Trunkedmodus (TMO) auch über einen sog. Direktmodus (DMO = direct mode operation), bei dem zwei oder mehrere Funkgeräte unabhängig vom Netz miteinander kommunizieren können. Auch kann ein einzelnes Funkgerät als mobile Relaisstation für andere Geräte eingesetzt werden. So kann ein Gerät im Fahrzeug als Relais die Funkversorgung der Handfunkgeräte auf einem Areal sicherstellen. Im TETRA-Standard wird diese Funktion als Gateway-Modus bezeichnet. Dabei stellt das Gateway die Verbindung zwischen der lokalen DMO-Gruppe und dem Netz her.
 

09 Benutzte Frequenzen in Europa



BOS

Österreich 380-385 MHz (Uplink) 390-395 MHz (Downlink)

Deutschland 380 - 390 MHz (Uplink) 390-400 MHz (Downlink)

Weitere Europäische Frequenzbänder

410 - 420 MHz (Uplink) 420 - 430 MHz (Downlink)

450 - 460 MHz (Uplink) 460 - 470 MHz (Downlink)
 

10 Weitere Frequenzbänder



300 MHz-Band in Russland

800 MHz-Band in Asien

11 Standard



TETRA ist ein ETSI-Standard (ETSI: Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen). Die erste Version des Standards
wurde 1995 veröffentlicht.

Irrtumer und Änderungen vorbehalten
Detlef Wipperfürth
© 01/2012